Am Montagabend den 02.08.2010 rückte die Feuerwehr Herne zu einem schweren Wohnungsbrand in der Vinckestraße aus. Anwohner hatten gegen 22.45 Uhr einen Brand in einem viergeschossigen Hinterhofgebäude an der Vinckestraße bemerkt und die Leitstelle per Notruf verständigt.

Kurz darauf traf zunächst die Berufsfeuerwehr an der Einsatzstelle ein. Der gemeldete Brand war in einem Gebäudeteil ausgebrochen, das nur durch eine enge Zufahrt erreicht werden konnte.

Person vermisst!

Auf der Straße stehende Hausbewohner teilten der Feuerwehr mit, dass sich in der brennenden Erdgeschosswohnung noch eine Person aufhalte. Nach einer ersten Erkundung wurde festgestellt, dass die gesamte Erdgeschosswohnung sowie das Treppenhaus des Hinterhauses in voller Ausdehung brannten. Die Flammen schlugen meterweit aus den Fenstern und der Eingangstür.

Schwierige Löscharbeiten

Da ein Eindringen in die Wohnung nicht mehr möglich war, wurde als Erstmaßnahme ein C-Rohr im Außenangriff vorgenommen. Ein weiterer Trupp räumte das angrenzende und gefährdete Gebäude.

Nach Vornahme zweier weiterer Trupps mit C-Rohren konnte in das Treppenhaus vorgegangen werden. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da das gesamte Hinterhaus wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet war und das Baugerüst vom Brand stark beschädigt und an vielen Stellen nicht mehr begehbar war. Das Treppenhaus selbst war durch den Brandschaden einsturzgefährdet und nicht mehr begehbar.

Bei dem Vorgehen in das Treppenhaus wurde eine 83-jährige Person gefunden, bei der es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Mieter der Erdgeschosswohnung handelte. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Die Kriminalpolizei plant eine Obduktion, um die Identität festzustellen.

Ein weiterer Bewohner aus dem ersten Obergeschoss konnte sich nur über das Baugerüst in Sicherheit bringen.

Vier weitere Anwohner wurden zwischenzeitlich durch den Rettungsdienst und Notarzt wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung versorgt.

Durchgeführte Messungen konnten diesen Verdacht jedoch nicht bestätigen, so dass die Betroffenen nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Während zunächst die Löschzüge der Wachen 1 und 2 der Berufsfeuerwehr eingesetzt waren, meldeten sich die Löschzüge Sodingen, Baukau, Eickel und Holsterhausen nach entsprechender Alarmierung an Ihren Standorten bereit.

Paralleleinsatz Holsterhauser Straße

Nach 23.00 Uhr wurden die Löschzüge Sodingen, Baukau und Holsterhausen zusammen mit einer Drehleiter (DLK 23/12) und zwei Rettungstransportwagen der Berufsfeuerwehr zu einem weiteren Brandeinsatz an der Holsterhauser Straße gerufen. Wie sich herausstellte, war ein Einsatz der Freiwilligen Züge vor Ort jedoch nicht erforderlich. Das LF24 des LZ Baukau wurde umgehend zur Vinckestraße nachalarmiert.

Brand unter Kontrolle

Zusammen mit den Kameraden der Berufsfeuerwehr ging ein Trupp des LZ Baukau unter Pressluftatemgeräten ins Erdgeschoss vor, um Glutnester am Boden und in der Decke abzulöschen. Ein weiterer Trupp stand als Sicherungstrupp bereit. Unter anderem wurde Schwerschaum eingesetzt, um die Glutnester am Boden breitflächig einzudämmen.

Die LZ Sodingen, Eickel und Holsterhausen stellten den Grundschutz von Ihren Standorten aus sicher. Nach ca. 2 Stunden war der ausgedehnte Brand unter

Kontrolle. Eine Gruppe des LF16/12 des LZ Holsterhausen übernahm nach 02:00 Uhr die Einsatzstelle zwecks Nachlöscharbeiten und Brandwache vor Ort.Die Berufsfeuerwehr und der LZ Baukau rückten wieder ein. Erst um 04:15 Uhr konnten die Kräfte des LZ Holsterhausen den Einsatz beenden.

Massiver Personaleinsatz

Insgesamt waren 53 Einsatzkräfte im Ensatz, u.a. 20 der Berufsfeuerwehr, 23 der Freiwilligen Feuerwehr sowie Polizisten zur Absperrung des Einsatzbereiches und zur Brandursachenermittlung. Die Brandursache ist noch unklar, die Kriminalpolizei ermittelt. Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen war das Feuer wohl in der Küche der Erdgeschosswohnung ausgebrochen.