Über mehrere Stunden beschäftigte am 18.08.2010 ein Wohnungsbrand in der Rheinischen Straße im Ortsteil Röhlinghausen die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Herne.

Um 12:53 Uhr rückte zunächst der Löschzug der Wache 2 (BF) nach dem zeitgleichen Eingang mehrerer Notrufe zur Einsatzstelle aus. Der Zug der Wache 1 wurde aufgrund der Gefahrenlage – es sollte sich unter Anderem eine gehbehinderte Person im Ergeschoss aufhalten – kurz darauf nachalarmiert.

Schon auf der Anfahrt war eine starke Rauchbildung erkennbar, welche sich in Teilen bis zur Edmund-Weber- und Westfalenstraße zog.

Am Einsatzobjekt, einem zweigeschossigem Wohnhaus mit ausgebautem Dachgeschoss, brannte bei Eintreffen der ersten Kräfte eine Wohnung im 1.Obergeschoss in voller Ausdehnung. Straßenseitig quoll dichter Rauch aus den Fenstern, hofseitig schlugen Flammen heraus. Eine Person lag oberhalb auf dem Dach, zwei weitere Personen wurden bereits von Ersthelfern aus der Brandwohnung bzw. per Leiter vom Dach gerettet. Die Wohnungstür war durchgebrannt und Flammen schlugen in das Treppenhaus.

Menschenrettung und Löschangiff

Zur Rettung der Person auf dem Dach wurde die Drehleiter eingesetzt, während zusätzlich unterhalb ein Sprungretter in Stellung gebracht wurde. Da nicht bekannt war, ob sich noch Personen im Haus befinden, ging zunächst ein Trupp der Wache 2 unter Atemschutz (PA) mit C-Rohr in die Brandwohnung vor. Der eintreffende Zug der Wache 1 stellte zwei weitere Trupps unter PA, welche die Personensuche unterstützten. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass niemand mehr in dem Haus vermisst wurde.

Nach der erfolgreichen Rettung der Person auf dem Dach erfolgte außerdem die Vornahme eines weiteren Rohres im Außenangriff. Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass das Feuer auf das Dachgeschoss übergreifen würde, wurde über die Drehleiter außerdem ein Wenderohr in Stellung gebracht.

Insgesamt mussten 8 Bewohner des Hauses rettungsdienstlich behandelt werden, 3 davon wurden mit einer Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser gebracht. Insgesamt waren hier drei Rettungstransportwagen (RTW) und zwei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) im Einsatz.

Zur Sicherung der Versorgung mit Pressluftatmern wurde außerdem der Abrollbehälter „Atemschutz“ zur Einsatzstelle beordert.

Alarm für die Rufbereitschaft der FF

Aufgrund der sich abzeichnenden Einsatzdauer und Bindung der Einsatzkräfte vor Ort wurden kurz nach Einsatzbeginn die Züge der Rufbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr (LZ Sodingen, Baukau, In der Wanne, Eickel und Holsterhausen) alarmiert.

Die Kameraden den Löschzuges Eickel rückten mit dem ELW 2 kurz darauf zur Einsatzstelle aus.

Nachdem das Feuer unter Kontrolle gebracht wurde, rückte zunächst der Löschzug der Wache 1 von der Einsatzstelle ab, kurze Zeit später konnte die Einsatzstelle zwecks Nachlöscharbeiten und Sicherung an die nachgerückten Kräfte des Löschzuges Holsterhausen übergeben werden, welche zusammen mit den Kollegen des Löschzug Eickel bis ca. 17:15 diese Nacharbeiten durchführten.

Aufgrund der massiven Schäden durch den Brand ist das Haus derzeit unbewohnbar. Durch die Stadtwerke musste es von der Energieversorgung getrennt werden, das Ordnungsamt organisierte Ersatzunterkünfte für die Mieter.

Nach den bisherigen Ermittlungen geht die zuständige Kriminalpolizei Bochum davon aus, dass das Feuer seinen Ausgangspunkt in einem sich noch auf dem Herd befindlichen Topf mit Speiseresten hatte. Die genaue Schadenshöhe ist noch nicht bekannt.

„Folgenloser“ Folgealarm

Gegen 15:00 Uhr mussten außerdem die Kameraden der Löschzüge Sodingen und Baukau außerdem zu einem Brandmelderalarm im Gewerbegebiet „Friederich der Große“ ausrücken. Glücklicherweise stellte sich dies als eine Fehlalarmierung heraus, so dass die zwei Löschgruppenfahrzeuge nach kurzer Zeit wieder einrücken konnten.