Am Samstag morgen, den 18.09.2010, fand im Rahmen des Alarmierungskonzeptes RuSIS (Ruhr Standort Informstionssystem) eine außergewöhnliche Übung am Kemnader Stausee in Bochum statt, an der auch die Feuerwehr Herne beteiligt war.

Das (fiktive) Szenario: Kurz nach 9 Uhr kommt es zu einer Explosion mit anschließendem Brand im Maschinenraum des Ausflugsschiffes „MS Kemnade“. Das Schiff treibt manövrierunfähig auf dem See. Über 50 Passagiere schreien um Hilfe, einige springen ins Wasser! Zudem tritt Öl aus.

Zum Glück nur eine Übung, aber es soll wie ein Ernstfall wirken – denn der soll geprobt werden! Der Brand im Maschinenraum wird durch eine Nebelmaschine simuliert, die Verletztendarsteller sind mit täuschend echt wirkenden „Verletzungen“ geschminkt und die Passagiere, die z.T. auch ins Wasser springen, sind Rettungsschwimmer der DLRG mit Schwimmwesten.

Um 09.15 Uhr greift der Sprecher der Bochumer Feuerwehr zum Handy und gibt den „Notruf“ ab. Was danach folgt, sprengt die Dimensionen eines „normalen“ Einsatzes: Die Feuerwehr Bochum alarmiert die Feuerwehr Herne, sowie DLRG, DRK, ASB, THW und den Krankentransportdienst „Sani-Car“. Unzählige Mannschaften setzten sich mit über 30 Großfahrzeugen von der Hauptfeuerwehr- und Rettungswache III in Bochum-Werne durch die halbe Stadt in Richtung der eingerichteten Bereitstellungsräume auf Parkplätzen am Kemnader See in Bewegung.

Von dort geht es weiter zu den Einsatzstellen am See, der gegen 10 Uhr bereits mit hunderten Rettern bevölkert ist. Am Ufer werden Behandlungsplätze eingerichtet, Zelte aufgebaut, Generatoren zur Energieversorgung gestartet…

Die Freiwillige Feuerwehr Herne ist u.a. mit einem ELW 1 und mehreren Löschgruppenfahrzeugen vor Ort. Die Berufsfeuerwehr Herne ist mit dem Lösch- und Rettungsboot vor Ort. Einige Kräfte, insbesondere der Löschzug Röhlinghausen und je ein Bootsführer der Berufsfeuerwehr Herne und des Löschzuges Baukau, sind oben am See mit der Menschenrettung beschäftigt.

Die meisten Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Herne waren unterhalb der Staustufe des Kemnader Stausees in Höhe der Straße „An der Alten Fähre“ an und auf der Ruhr zum Aufbau einer Ölsperre eingesetzt, um dort (fiktiv) Öl und Kraftstoff aufzufangen. Dort wird auch der Ölabscheider „Mopmatic-Wringer“ vorgeführt.

Während der Übung befinden sich auch viele Schaulustige am See, einige Kanuten auch auf dem See. Dies verstärkte den Eindruck des realistischen Einsatzszenarios.

An beiden Einsatzstellen wirkte die Feuerwehr Herne erfolgreich mit. Gegen 12 Uhr kann die Übung beendet werden. Die eingesetzten Versorgungskomponenten, wie z.B. Gulaschkanonen, versorgen nun die Übungsteilnehmer.

Im Nachgang zu der Übung werden die Hilfsorganisationen die Ergebnisse analysieren. Dabei werden alle Details ausgewertet werden, um hieraus Erkenntnisse für Optimierungen zukünftiger Einsätze zu gewinnen. Kurz nach dem Ende der Übung konnte bereits ein positives Grundfazit gezogen werden: Feuer aus, alle Personen gerettet und Öl aufgefangen.

Unerwarteter Folgeeinsatz

Nach einem aktiven Übungstag machten sich die Kameraden auf den Heimweg in Vorfreude auf den erholsamen Teil des Wochenendes. Doch zuvor mussten sie noch einen realen Einsatz abarbeiten:

Die Kameraden der Löschzüge Sodingen und Baukau entdeckten einen Verkehrsunfall auf der Schnellstraße Sheffield-Ring / Nordhausen-Ring. Zusammen mit Kräften des THW Bochum des DRK leisteten sie erste Hilfe, sicherten die Einsatzstelle und unterstützten die später eintreffende Polizei bei der Räumung der Unfallstelle.

Am Nachmittag war dann auch für die letzten Einsatzkräfte ein anstrengender Übungstag beendet.