Ein Kellerbrand in einem Hochhaus mit 20 Wohnungen am Scharpwinkelring hielt in der Nacht zum Donnerstag, den 14.01.2010 die Herner Feuerwehr in Atem.

Gegen 3.20 Uhr meldeten Anwohner ein Feuer im Wohn-Hochhaus. Die Wachen 1 und 2 der Berufsfeuerwehr wurden alarmiert. Als die Rettungskräfte eintrafen, war zunächst kein Feuer erkennbar, jedoch dichter Rauch, der sich vom Untergeschoss durch das gesamte Treppenhaus im Haus z.T. bis in die Wohnungen verbreitete. Der Rauch war so dicht, dass die Sicht“gleich Null“ war.

Von den 73 Bewohnern befanden sich noch 31 in dem sechsstöckigen Haus – der Fluchtweg durch das Treppenhaus war abgeschnitten. Während sich die ersten Kräfte unter Atemschutz in die völlig verräucherten Kellerräume vorkämpften, begannen die Kameraden mit der Evakuierung der im Haus eingeschlossenen Personen über zwei Drehleitern.

Die Betroffenen wurden zunächst in zwei Linienbussen der Herne-Castrop-Rauxeler Straßenbahn (HCR) untergebracht. Kurz darauf wurde von seiten der Freiwilligen Feuerwehr beheizte Zelte aufegbaut, in denen die Evakuierten von Kräften des DRK Wanne-Eickel, DRK Wattenscheid, Betreuungseinheit der Johanniter Herne, ASB, MHD und freiwilliger Feuerwehr mit warmen Getränken und Frühstück versorgt wurden. Das THW Herne leistete logistische Unterstützung und sorgte für die Verpflegung der Einsatzkräfte. Eine Familie mit einem Rollstuhlfahrer wurde in der Wohnung betreut.

Zur Brandbekämpfung im Keller wurden drei C-Strahlrohre und ein Schaumrohr eingesetzt. Das Feuer war aus bislang unbekannten Gründen in einem Kellerverschlag ausgebrochen und griff auf zwei weitere Gitterverschläge über.

Das Feuer war nach vier Stunden unter Kontrolle. Um die zahlreichen versteckten Glutnester abzulöschen, wurde der betroffene Kellerbereich im weiteren Einsatzverlauf mit Löschschaum geflutet.

Wegen der Brandursache nahm die Kriminalpolizei Bochum unmittelbar die Ermittlungen auf. Klar ist lediglich, dass der Brand in einem Kellerverschlag ausbrach.

Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen. Möglich ist aber auch, dass der Brand durch unsachgemäß eingelagerte Gegenstände und Gefahrstoffe ausgelöst wurde – beachten Sie hierzu bitte unsere Brandschutzhinweise am Ende der Seite!

In ihre Wohnungen zurückkehren konnten die Menschen zunächst allerdings nicht. Die Stadtwerke schalteten um 6:15 Uhr den Strom ab, so dass weder Licht noch Heizung funktionierten; um 7:40 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Alle Bewohner fanden, nachdem sie gegen 8 Uhr Papiere und Wertgegenstände aus ihren Wohnungen geholt hatten, Unterschlupf bei Freunden und Verwandten. Der Strom kehrte letztlich schneller zurück als erwartet: Gegen 17 Uhr konnten die Stadtwerke ihn wieder einschalten. Viele Wohnungen jedoch bleiben wohl aufgrund der Rauchentwicklung erst einmal unbewohnbar.

Insgesamt waren über 200 Kräfte im Einsatz. Die Berufsfeuerwehr rückte mit 26 Kräften an, 12 wurden nachalarmiert. Die Freiwillige Feuerwehr stellte 60 Kräfte vor Ort, weitere 25 stellten an den Gerätehäusern den Grundschutz im Stadtgebiet sicher.

Der Löschzug Eickel stellte mit dem ELW 2 den Funkverkehr sicher. Ein Führungsstab wurde vor Ort eingerichtet.

Die Hilfsorganisationen stellten 55 Einsatzkräfte, weitere 23 blieben in Reserve. Das THW war mit 6 Kräften vor Ort. Die HCR stellte zwei Linienbusse; die Polizei, Stadtwerke und der Fachbereich Öffentliche Ordnung der Stadt Herne waren ebenfalls involviert.

vorbeugender Brandschutzhinweis: Keller-NutzungAuch wenn in diesem Fall zum Zeitpunkt des Berichtes die Brandursache unklar ist, einige Hinweise zur Keller-Nutzung:Leider müssen die Einsatzkräfte sich oft genug durch von Müll und Gerümpel versperrte Kellergänge arbeiten. Dies ist nicht nur mühselig, sondern bei völliger Verrauchung des Kellers („null Sicht“) zudem lebensgefährlich, zumal der Rückzugsweg ebenfalls behindert ist. Zudem finden sich oft Kraftstoffvorräte und Gasflaschen in Kellerräumen, die dort eine erhebliche Brandlast darstellen.

Daher unsere Bitte:

Lagern Sie keine brandbeschleunigenden Gegenstände in Ihrem Keller, insbesondere keine Gasflaschen oder Kraftstoffbehälter. Beachten Sie bitte diesbezügliche Rechtsvorschriften und die jeweilige Hausordnung!

Achten Sie darauf, dass die Kellergänge frei bleiben. Im Übrigen ist die Einlagerung von Gegenständen in Kellergängen und Gemeinschaftsräumen meist in der Hausordnung verboten. Sprechen Sie Ihren Vermieter, Hauswart oder Verwalter auf Missstände an. Dies dient Ihrer eigenen Sicherheit!

Generelle Hinweise zum Verhalten im Brandfall und zur Vorbeugung finden Sie im Bereich Wissenswertes im Abschnitt Notruf und Ersthelfermaßnahmen.