Von der französischen Atlantikküste her fegte das Sturmtief Xynthia am 28.02.2010 über das nordwestliche Europa und richtete vor allem in Frankreich erhebliche Schäden an.

Auch in Deutschland, insbesondere auch in NRW kam es zu erheblichen Schäden. Der Bahnverkehr in NRW wurde eingestellt, mehrere Autobahnen wurden gesperrt.

Allein im Regierungsbezirk Arnsberg waren fast 5.000 Feuerwehrleute und 100 THW-Helfer im Einsatz. Bis 21 Uhr wurden laut Bezirksbrandmeister Hartmut Ziebs im Regierungsbezirk ca. 1.700 Unwettereinsätze gezählt.

In Vorbereitung auf das Unwetter wurden in Herne um 11 Uhr die Löschzüge Mitte, Süd, Röhlinghausen und Bickern-Crange der Freiwilligen Feuerwehr für 12 Uhr voralarmiert. Zudem wurde das Leitstellenpersonal verstärkt. Zunächst blieb die Lage relativ ruhig und schien sich zu entspannen; gegen 14.30 Uhr nahm der Deutsche Wetterdienst Essen zudem seine bis dahin bestehende Unwettervorwarnung (orkanartige Böen bis 110 km/h) für die Stadt Herne zurück und verlängerte eine bestehende Sturmwarnung bis Mitternacht. Die Großwetterlage erreichte Herne gegen 16.00 Uhr.

Neben Sturmschäden zunächst Brandeinsätze

Um 15:59 Uhr wurden die Löschzüge der Berufsfeuerwehr zum Meldealarm im Marienhospital Eickel gerufen. Fast zeitgleich, gegen 16:17 Uhr wurde ein Brand in einem leerstehenden Haus auf der Friedrichstr. gerufen. Dieser Einsatz wurde von den Kräften der Feuerwache 2 und zwei Löschfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr übernommen.

Innerhalb kurzer Zeit häuften sich Meldungen über umgestürzte Bäume, lose Dachpfannen oder umgestürzte Zäune. Das Einsatzaufkommen erhöhte sich so stark, dass weitere Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert wurden, so die Löschzüge Baukau, Sodingen, Eickel und Holsterhausen, die sich umgehend an den Gerätehäusern einsatzbereit meldeten. „Als wir gerade dachten, der Sturm sei an uns vorbeigezogen, ging es los“, schilderte der diensthabende Einsatzleiter der Feuerwehr Herne, Uwe Windener, seine Eindrücke.

Den Anfang der Unwettereinsätze machte ein umgestürzter Baum auf der Richard-Wagner-Straße, die kurzzeitig gesperrt werden musste. Weitere umgestürzte Bäume, heruntergefallene Dachziegel, abgeschlagene Zweige, umgestürzte Großwegweisertafeln und sonstige Einsätze summierten sich zu 37 Einsätzen, die von den 128 eingesetzten Kräften der Freiwilligen Feuerwehr und 38 Kräften der Berufsfeuerwehr effektiv abgearbeitet wurden.

Insgesamt gesehen, insbesondere im Vergleich zu den Unwettern vom 18.01.2007 und 03.07.2009, ist Herne jedoch glimpflich davongekommen. Personenschäden waren nicht zu beklagen. Um 20.05 Uhr konnte die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr aufgehoben werden, lediglich der um 19.50 Uhr nachalarmierte Löschzug In der Wanne verblieb in Einsatzbereitschaft.

Bereiten Sie sich auf den nächsten Sturm vor!
Bei Unwettern wie Überschwemmungen oder Stürmen kommt es oft zu einer verstärkten Auslastung der Einsatzkräfte. Daher ist es besonders wichtig, dass Sie die Unwettervorhersagen beachten und vor einem Unwetter Sicherungsmaßnahmen treffen. Denn so helfen Sie, vermeidbare Einsätze abzuwenden, zumal Sie damit rechnen müssen, dass die Einsatzkräfte bei größeren Unwetterlagen durch die Vielzahl der anderen Einsätze gebunden sein können.
Auf der Seite Verhalten bei Unwetter im Bereich Wissenswertes haben wir einige Tipps für Sie bereitsgestellt für Verhalten bei Sturm und Überschwemmungen. Beachten Sie auch Hinweise dazu, wann die Feuerwehr zuständig ist.