GONG! „Einsatz für den Löschzug, unklare Rauchentwicklung, Richard-Wagner-Straße, Ecke Dahlhauser Straße!“ Alle springen auf, laufen zu den Fahrzeugen. Motoren werden angeworfen und kurze Zeit später fahren ein Einsatzleitwagen, Löschgruppenfahrzeuge und ein RTW vom Hof des Gerätehauses Eickel.

Für einen Einsatz allerdings recht gemächlich. Kein Wunder, bestand der Kellerbrand doch aus Disconebel, das Feuer aus Effektscheinwerfern und der Verletzt konnte nach dem Einsatz direkt trotz schwerer Brandwunden wieder lachen.

Das war am 21.05.2011. An diesem Samstag probte die Jugendfeuerwehr Unser-Fritz den „Ernstfall“: Einen ganzen Tag lang wurde so gut wie möglich eine Schicht der Berufsfeuer simuliert.

Nach dem die Mannschaft am GH Eickel eingetroffen war, fanden Fahrzeugeinteilung und -überprüfung statt: Zu Besetzen waren zwei Löschgruppenfahrzeuge (LF 16/12 und LF 8/6), ein Rettungstransportwagen (eigentlich der GW Rett des Löschzuges Holsterhausen), ein Kleinalarmfahrzeug (der GW-T vom Standort GH Ost) sowie ein Einsatzleitwagen (Mehrzweckfahrzeug der Wache 2).

Eine eigene kleine „Leitstelle“ zur Disponierung, Lautsprecher zur Alarmierung sowie eine extra erstellt AAO (Alarm- und Ausrückeordnung) rundeten das Bild schließlich ab.

Gegen 11:00 Uhr wurde schließlich die Einsatzbereitschaft gemeldet. Der weitere Tagesverlauf bestand aus Frühstück, Fahrzeugüberprüfung, Schulungen sowie am Nachmittag Freizeit mit ausgiebigem Grillen.
Dazwischen immer wieder Unterbrechungen, der eigentlichen Grund für den Tag: Mit viel Aufwand organisierten zwei Teams im Stadtgebiet die „Einsätze“, von denen jeder eine Herausforderung darstellte. Weder die Jugendlichen noch die Ausbilder waren über die Szenarien vorher informiert, so das jeder neue Alarm für alle Beteiligten ungewiss war – und der „Wachabteilung“ einiges abforderte.

Ein vollgelaufenen Keller nach Wasserrohrbruch, mehrere Rettungsdiensteinsätze sowie eine Ölspur waren abzuarbeiten. Besondere Herausforderungen stellten ein Containerbrand, eine Bratpfanne in einer Großküche, in der verkohltes Essen die BMA auslöste, ein Verkehrsunfall mit Gefahrgut und ein ausgedehnter Kellerbrand mit Personenrettung dar.

Neben der sicherlich reichlich gebotenen Unterhaltung war der Tag somit in erster Linie eine gute Gelegenheit, die facettenreiche Tätigkeit der Feuerwehr darzustellen und die Jugendlichen mit zahlreichen und höchste unterschiedlichen Einsatzlagen zu fordern, was – so denken wir – sehr gut gelungen ist.

Mit einem Flächenbrand am Abend endete schließlich der Übungsteil, als die Mannschaft zurück zu Wache fuhr hatte unser „Disponent“ bereits den Grill für eine zweite Runde angeworfen…

Es folgte der gemütliche Teil, während die große und die kleine Fahrzeughalle sich mit Hilfe vom Feldbetten und Luftmatratzen in Schlafplätze verwandelten. Ab 01:00 Uhr wurde es dann nach und nach still im GH Eickel, als die Mannschaft in die Betten fiel…

Die Funktion des Weckers übernahm gegen 7:20 Uhr schließlich (und wohl doch nicht ganz unerwartet) der Gong: Eine Gasexplosion im Gewerbegebiet Holsterhausen rundete den Übungstag ab…

Schlussendlich vermerkt das Einsatzprotokoll:

  • E 001 – Vermisste Person am Wannanas
  • E 002 – Nach Rohrbruch vollgelaufener Keller
  • E 003 – Brand einer Wertstofftonne
  • E 004 – Fehlalarm (BMA ausgelöst)
  • E 005 – Ölspur auf Straße
  • E 006 – Radfahrer gestürzt
  • E 007 – Tierrettung – Entenjunges in Gullydeckel gefallen
  • E 008 – BMA ausgelöst nach vergessener Bratpfanne auf Herd
  • E 009 – VU mit verletzter Person und austretendem Gefahrstoff
  • E 010 – Hilflose Person hinter verschlossener Wohnungstür
  • E 011 – Brand in Keller, eine Person vermisst
  • E 012 – Flächenbrand
  • E 013 – Gasexplosion, eine Person verletzt

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bedanken:

In erster Linie bei unsere zwei Vorbereitungsteams, deren Ideenreichtum und Engagement, zusammen mit dem Aufwand bei der Herrichtung der Übungen, mit am Meisten zum Gelingen des Übungstages beigetragen haben!

Beim Löschzug Eickel, dessen Sozialräume uns als Unterkunft dienten, bei allen Kameraden, die für uns als zusätzliche Fahrer oder Disponent tätig waren sowie bei den Kollegen der (echten 😉 ) Berufsfeuerwehr für die reibungslose Orga (Funk, Fahrzeug) im Vorfeld.

Aber auch bei der Mannschaft, die auch bei der letzten Übung in der Dämmerung noch mit Elan bei der Sache war!

Von den Rückmeldung der Jugendliche her werden wir wohl nicht um das Versprechen herumkommen, dass dies nicht die letzte derartige Veranstaltung bleiben wird 😉 !