Am frühen Donnerstagmorgen (10.11.11) ist das Freizeitbad Wananass niedergebrannt. Das Feuer brach vermutlich im Dachbereich aus und zerstörte das Hallenbad mit dem Saunabereich.

Als die Berufsfeuerwehr mit den ersten Kräften der Wache II am Wananas im Stadtteil Crange, unweit der Autobahn A42, eintraf, standen bereits große Teile der Anlage in Vollbrand. Anwohner hatten über den Notruf einen größeren Brand gemeldet. Auf einer Fläche von rund 2000 qm schlugen die Flammen meterhoch in den Nachthimmel.

Großeinsatz

Die Brandbekämpfung wurde um 1.54 h im Außenangriff über mehrere B-Strahlrohre und den Werfer eines Tanklöschfahrzeugs eingeleitet. Teile der Schwimmhalle sind eingestürzt. Nach Angaben von Feuerwehr-Chef Branddirektor Michael Benninghoff war bei der ersten Lageerkundung bereits ein Totalschaden der Anlage erkennbar, so daß sich die Maßnahmen auf die Verhinderung der Brandausbreitung und den Schutz der Chlorgasanlage richteten. Daraufhin kontrollierten Feuerwehrleute in Chemikalienschutzanlagen diesen Anlagenteil. Ein Übergreifen der Flammen konnte verhindert werden.

Langwierige Brandbekämpfung

Zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr wurde die gesamte Freiwillige Feuerwehr Hernes alarmiert. Mit vier Löschgruppen der Löschzüge Eickel, In der Wanne, Bickern-Crange, Holsterhausen und Röhlinghausen waren sie zur Brandbekämpfung an der Einsatzstelle. Auch der Löschzug Sodingen wurde mit dem SW2000 sofort zur Einsatzstelle beordert und unterstützte beim Verlegen zusätzlicher Schlauchleitungen über längere Wegstrecken. Bis zu 70 Einsatzkräfte waren gleichzeitig vor Ort.

Die weiteren Löschzüge, Sodingen, Baukau, Süd und Mitte, stellten den Grundschutz im Stadtgebiet sicher und besetzten die Gerätehäuser und lösten am Morgen gegen 06.30 Uhr die anderen Züge an der Einsatzstelle ab. Sie waren vornehmlich mit dem Aufspüren und Bekämpfen von Glutnestern beschäftigt. Dabei wurden die Löscharbeiten erheblich dadurch erschwert, dass der Schwimmhallenbereich wegen Einsturzgefahr nicht betretbar war. Der wetterbedingte Nebel und Dampfschwaden des aufgewärmten Badewassers machten es fast unmöglich, aus der Entfernung auf Glutnester hinweisende Rauchfahnen zu erkennen. Auch die Wärmebildkamera half nur bedingt.

Chlorgasanlage gerettet und Chlorgasflaschen geborgen

Auf den Raum, in dem sich die Chlorgas-Anlage mit 20 Chlorgas-Flaschen befand, griff das Feuer nach intensiven Löscharbeiten glücklicherweise nicht über; die Einsatzkräfte konnten die Anlage sichern. „Bei einer Explosion wären durch die Druckwelle Einsatzkräfte gefährdet gewesen und durch die Gaswolke auch die Anwohner“, erklärte der Einsatzleiter. Die unbeschädigten Chlorgasflaschen wurden am Vormittag von den Löschzügen Herne-Mitte und Süd der Freiwilligen Feuerwehr, die für ABC-Einsätze ausgebildet sind, mit Unterstützung eines in der Chemiebranche tätigen Mitgliedes des Löschzuges Baukau geborgen und einer Fachfirma übergeben. Dergleichen wurden die im Keller für den Badebetrieb vorgehaltenen Schwimmbadchemikalien geborgen.

Am späten Mittag gegen 14.00 bzw. 15.00 Uhr übernahmen die Löschzüge In der Wanne und Röhlinghausen die weitere Brandwache und Nachlöscharbeiten bis 24.00 Uhr. Sie wurden unterstützt vom THW Ortsverband Wanne-Eickel, der die Ausleuchtung der Einsatzstelle sicherstellte. Die Löschzüge Holsterhausen und Bickern-Crange übernahmen die Brandwache am 11.11.2011 von 00.00 Uhr bis 08.00 Uhr. Seit Freitag morgen sind die Löschzüge Süd und Mitte vor Ort im Einsatz. Der Einsatz konnte gegen 12.00 Uhr beendet werden.

Der Ortsverband Herne des THW kümmerte sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte, die teils 12 Stunden am Stück im Einsatz standen! Hierfür an dieser Stelle ein großer Dank der Einsatzkräfte von denen viel Dank und Anerkennung für nahrhafte und schmackhafte Essen zu vernehmen war!

Millionenschaden, Brandermittlung und Zukunft…

Der entstandene Schaden dürfte weit in die Millionen gehen. Erste Medienberichte sprechen von einem zweistelligen Millionenbetrag. Das Gebäude ist nach Angaben der Stadt zum Zeitwert versichert. Der genaue Versicherungswert muss allerdings in den nächsten Tagen noch ermittelt werden; die Bädergesellschaft ist auch gegen den Betriebsausfall versichert.

Nach Angaben der für die Brandursachenermittlung zuständigen Polizei Bochum hat ein technischer Defekt zu dem Brand geführt; Brandstiftung kann ausgeschlossen werden. Vermutlich wurde der Brand durch in Brand geratene Elektroteile im Thekenereich in der Nähe des Kinderschwimmbeckens verursacht.

Da das Wananas über keine Brandmeldeanlage verfügte, wurde der Brand erst spät von Mitbürgern entdeckt. Melder fürs Wananas hätten wohl mehrere zehntausend Euro gekostet. Speziell bei Freizeitbädern ist es nicht üblich und keine Pflicht, solche Anlagen einzubauen, anders als etwa für Krankenhäuser, Altenheime oder große Veranstaltungsstätten.

Wie die WAZ berichtete, brannte 31.12.2003 bereits ein baugleiches Bad in Stadthagen bei Hannover ab.  Auch in Stadthagen ließ sich die Brandursache nicht endgültig klären. Vermutet wird wie beim Wananas ein technischer Defekt im Saunabereich. Verantwortlich für den Bau war der niederländische Projektentwickler Pellikaan. Die Firma ist nach Angaben der WAZ seit 1972 auf dem deutschen Markt aktiv, hat mehr als 1000 Bäder, Sporthallen, Schulen und Wohnungen gebaut. Darunter auch drei baugleiche Bäder in Herne, Stadthagen und Radevormwald. Letzteres steht noch, wurde zwischenzeitlich für 5,5 Millionen Euro modernisiert.

Ob an Stelle des Bades ein neues Freizeitbad errichtet wird, steht zum heutigen Tage nicht fest. Selbst wenn an Stelle des abgebrannten Wananas alles dafür getan wird, so schnell wie möglich ein neues Freizeitbad zu bauen – in der Bäderlandschaft der Stadt Herne klafft nun für mindestens zwei Jahre eine Lücke, schätzt Oberbürgermeister Schiereck. In Stadthagen hat der Neubau zweieinhalb Jahre gedauert.