Am Montagabend, den 01.10.2012, gegen 21.00 Uhr wurde die Berufsfeuerwehr Herne zu einem „Brand“ in der U-Bahn-Haltestelle „Schloss Strünkede“ alarmiert. Der Triebfahrzeugführer eines Stadtbahntriebzuges der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra) stoppt seinen Zug wegen Rauchentwicklung und meldet dies der Betriebsleitstelle der Bogestra, die die Herner Feuerwehr alarmierte.

Die eintreffenden Rettungskräfte evakuierten zunächst den Bahnhof, in dem die dort anwesenden Passanten (zumeist per U-Bahn angereiste Angehörige des Löschzuges Baukau in zivil) soeben von der Leitstelle der Bogestra  über Lautsprecherdurchsagen und Infotafelanzeigen zum Verlassen des Bahnhfos aufgefordert wurden. Kurz zuvor war aus dem in Richtung Recklinghausen gelegenen Stichtunnel kurz nach Einfahrt einer leeren U-Bahn Rauchentwicklung erkennbar.

Glücklicherweise war dies nur eine Alarmübung, doch die weitere Rettungskette läuft professionell weiter – wie bei einem realen Einsatz: Die eingetroffenen Kräfte der Wache 1 der Berufsfeuerwehr beginnen sofort unter Einsatz von Langzeitatemgeräten mit Erkundungs-, Menschenrettungs- und Brandbekämpfungsmaßnahmen. Sie werden von den kurz darauf eintreffenden Kräften der Wache 2 unterstützt, wie auch von der alarmierten Grubenwehr, die auf Langzeitbrandbekämpfungseinsätze unter Tage spezialisiert ist. Auch das Spezialfahrzeug für Stadt- und Straßenbahnunfälle der Bochumer Feuerwehr wurde alarmiert. Der Löschzug Eickel war mit den Einsatzleitwagen ELW1 und ELW2 und acht Mann vor Ort. Währenddessen stellten die Löschzüge Mitte, Bickern-Crange und Röhlinghausen der Freiwilligen Feuerwehr den Grundschutz im Stadtgebiet sicher.

Die Polizei sperrte den Verkehrsbereich um die Einsatzstelle einschließlich des Kreuzungsbereiches Forellstraße/Bahnhofstraße und die Zugänge zur U-Bahn ab. Bald war auch an der Oberfläche „Rauchentwicklung“ der Nebelmaschinen an den Ausgängen und den Rettungs- und Versorgungsschächten erkennbar.

In der „brennenden“ U-Bahn im Kehrgleis hinter dem Bahnhof „Schloss Strünkede“ wird eine „verletzte“ Person gefunden, die sofort mittels einer Brandfluchthaube vor dem im Ernstfall giftigen Rauch geschützt wird und sodann aus dem Tunnel gerettet wird. Den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehgr gelingt die schnelle Brandbekämpfung. Die Grubenwehr sucht anschließend den weiteren Bereich der U-Bahn-Strecke bis zum Herner Bahnhof nach Personen ab.

Ziel der Übung war es, die Menschenrettung und Brandbekämpfung im Tunnelbereich zu erproben. Gleichzeitig wurden die Notfallplanung von Bogestra und das Einsatzkonzept für U-Bahn-Einsätze der Berufsfeuerwehr Herne überprüft. Kritisch unter die Lupe genommen wurde auch die Zusammenarbeit der beteiligten Einheiten.

Insgesamt waren ca. fünfzig Einsatzkräfte vor Ort. Hinzu kamen ca.zwanzig offizielle Beobachter der Bogestra, der Feuerwehren Herne und Bochum und der Dortmunder Stadtwerke DSW21; sie beobachteten die Übung und machten Notizen um bei der späteren Einsatzbesprechung qualifiziere Manöverkritik üben zu können. Dieses Element ist besonders wichtig, damit die Übung das Ziel, die Rettungstätigkeiten und die Zusammenarbeit zu verbessern, optimal erreichen kann – denn aus Fehlern wird man klug!

Doch zunächst muss die Einsatzstelle nach dem rund dreistündigen Einsatz aufgeräumt, gelüftet und der zwischen Herne Bahnhof und Schloss Strünkede eingestellte Betrieb wieder eingerichtet werden; Die Detailergebnisse der Übung werden später in Einsatzbesprechungen und -auswertungen zu Tage fördert. Die Übung hat gezeigt, dass die Rettungskräfte schnell vor Ort sind und die Rettung und Brandbekämpfung schnell und gezielt durchgeführt werden konnte; die Sicherheit der U-Bahn im Herner Abschnitt ist gewährleistet. Auch das Zusammenwirken der verschiedenen Beteiligten hat gut funktioniert. Dabei hat Herne, wie auch einige andere Städte im Ruhrgebiet den Vorteil, auf die ortsansässige Grubenwehr, die für die Bergwerke im Ruhrgebiet zuständig ist, zurückgreifen zu können, die auf Brandbekämpfung unter Tage besonders spezialisiert ist.