Ziemlich nahe an der Realität war die Übung des Löschzug Süd und dem Löschzug Holsterhausen am 20.06.2011 an der Schloss-Stünkede-Straße in Herne.

Das Objekt war eines von mehreren nacheinander leerstehenden Mehrfamilien- häusern, welche regelmäßig für solch eine Übungen „herhalten“ musste. Gemeldet waren von der Leitstelle „starke Rauchentwicklung“ und „Personen an einem Fenster und auf dem Dach“. Darüber hinaus wurden weitere Personen innerhalb des Gebäudes vermisst. Beide Züge wurden über Funk alarmiert und fuhren die Einsatzstelle mit Sonderrechten an. Beim Eintreffen des ersten Zuges waren eine starke Verqualmung des gesamten Gebäudes, sowie Personen am Fenster im 1.OG auszumachen. Eine weitere Person machte sich vom Dachfenster aus bemerkbar. Aus dem Inneren des Gebäudes drangen Hilferufe.

Es wurden vier Trupps unter PA zur Menschenrettung, Erkundung sowie zur eventuellen Brandbekämpfung innerhalb des Gebäudes eingesetzt. Drei weitere Trupps brachten an Vorder- und Rückseite Leitern in Stellung, um eine Menschenrettung von außen einzuleiten und den zweiten Rettungsweg zu sichern. Ein weiterer Trupp erkundete den Keller, dessen Eingang an der Rückseite des Gebäudes lag. Der Löschzug Holsterhausen baute zur Betreuung ein Zelt des GW-Rett auf. Hier wurden die Übernahme und Versorgung der geretteten Personen durchgeführt. Alle vorgehenden Trupps mussten sich durch aufbrechen von Türen und einschlagen von Scheiben gewaltsam Zugang zu den Räumen verschaffen. Zwei Personen, die sich im Gebäude befanden, wurden von den vorgehenden Trupps gefunden und gerettet. Aus dem Gebäude wurden zahlreiche Behältnisse für gefährliche Stoffe geborgen, welche mit ungefährlichen Ersatzstoffen gefüllte waren, darunter auch ein leerer Druckgasbehälter für Flüssiggas.

Insgesamt waren 33 Kameradinnen und Kameraden aus zwei Zügen im Übungseinsatz. Sechs Trupps verbrauchten 12 Atemschutzgeräte, 3 C-Rohre wurden vorgenommen und zusammen fünf Personen gerettet.