Am frühen Nachmittag des Samstag, den 01.09.2012, wurde die Feuerwehr Herne zu einem Brand am ehemaligen Güterbahnhof Herne gerufen. Dort stand bei Eintreffen der Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr die ehemalige Güterhalle in Brand. Die Rauchsäule war im gesamten Stadtgebiet zu sehen. Das Feuer hatte sich in Folge einer Durchzündung schlagartig auf das gesamte Dach ausgedehnt. Neben der Brandbekämpfung galt es, das angrenzende – nach Auskunft der DBAG leerstehende, tatsächlich aber bewohnte – ehemalige Verwaltungsgebäude vor einem Übergriff der Flammen zu schützen.

Der Notfallmanager der Deutschen Bahn AG sorgte für die Sperrung der in der Nähe der Einsatzstelle gelegenen Gleise 8-12 und Abschaltung der 15.000 Volt führenden Oberleitung, damit ein sicheres Arbeiten der Einsatzkräfte möglich war. Nach dem Eintreffen der Berufsfeuerwehr wurden die diensthabenden Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr alaramiert. Die Löschzüge Sodingen, Baukau und Eickel einschließlich dem Einsatzleitwagen (ELW) 1 wurden zur Einsatzstelle beordert. Dort unterstützten sie zunächst die Kräfte der Berufsfeuerwehr, unter anderem bei der Verlegung einer Wasserversorgung über längere Wegstrecken mit den Schlauchwagen SW2000 des LZ Sodingen.

Die weiteren Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr wurden zur Sicherstellung des Grundschutzes im Stadtgebiet ebenfalls nachalarmiert. Nachdem das Feuer nach ca. drei Stunden weitgehend gelöscht war, übergab die Berufsfeuerwehr die Einsatzstelle zum frühen Abend an die freiwilligen Kräfte. Danach wurde die Berufsfeuerwehr zu einem neuen Brandeinsatz gerufen. Die Versorgung der Einsatzkräfte wurde durch zwei Mitglieder des LZ Baukau sichergestellt, die zuvor bei dem Tag der offenen Tür des LZ Röhlinghausen Öffentlichkeitsarbeit für den Stadtfeuerwehrverband übernommen hatten. Die Nachlöscharbeiten konnten nach 22:00 Uhr beendet werden. Immer wieder auflackernde Glutnester in der Holzkonstruktion mit Teerpappendach verhinderten ein frühes Ende des Einsatzes.

Bereits im letzten Jahr, am 18.04.2011 brannte der östliche Teil der Lagerhalle, der nach dem Brand zwischenzeitlich abgerissen wurde (die WAZ berichtete). Damals musste der Zugverkehr für ca. 1 Stunde eingestellt werden. Unter anderem wurde die Oberleitung der Bahnstrecke beschädigt, nachdem ein Mast sich durch die Hitze verbogen hatte. Eine nachhaltige Störung des Bahnbetriebes bzw. eine Beschädigung der Bahnanlagen durch den Brand konnte dieses mal jedoch verhindert werden.

Die Brandursache steht noch nicht fest und wird von der zuständigen Brandkommission der Polizei ermittelt. Die Ermittlungen werden, wie auch schon die Löscharbeiten, dadurch erschwert, dass das Gebäude einsturzgefährdet ist. Der Wasserversorger Gelsenwasser hatte zudem mit einer geplatzten Wasserleitung im Gebäude zu kämpfen. Es handelte sich um den größten Einsatz der Herner Feuerwehr seit dem Wananas-Brand im letzten Jahr. Vor Ort waren beide Löschzüge der Berufsfeuerwehr sowie mehr als 30 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.