Dieser Mittwochabend (08.02.2012) hielt gleich sechs Löschzüge der Feuerwehr auf Trapp: ein größerer Kellerbrand durch Brandstiftung, ein vermeintlicher Gasaustritt und eine überschwemmte Wohnung.

Aber der Reihe nach: Gegen 20.00 Uhr befanden sich, bedingt durch mehrere parallele Einsätze, bereits alle Herner Rettungsdienstkräfte inklusive des Notarztes im Einsatz, als es zu weiteren Notrufen kam. Daraufhin wurden umgehend durch die Feuerwehrleitstelle ein Fahrzeug des Brandschutzes und ein Notarzt aus der Nachbarstadt Herten zu diesen Hilfeersuchen entsandt.

Ein Brand im Keller eines dreigeschossigen Wohnhauses an der Fleithestraße löste gegen 20:30 Uhr einen Großeinsatz aus. Als die Löschzüge 1 und 2 der Berufsfeuerwehr am Einsatzort eintrafen, drang mächtiger Rauch aus dem Gebäude, und mehrere Bewohner machten sich an den Fenstern bemerkbar. Sie wurden mit einer Drehleiter, tragbagen Leitern und Fluchthauben aus dem Haus gerettet. Nach Angaben der Polizei wurde eine 48-jährige Anwohnerin anschließend ins Krankenhaus gebracht. Bei ihr Bestand der Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung. Eine Blutgasanalyse vor Ort – um den gefährlichen Kohlenmonoxidgehalt zu bestimmen – war aufgrund der Kälte nicht möglich. Vier Rettungswagen und ein Notarzt waren zur Versorgung vor Ort.

Drei Trupps unter Atemschutz machten sich derweil mit einem Strahlrohr an die Brandbekämpfung im Keller, wo sie den Brandherd mit einer Wärmebildkamera lokalisierten: ein mit Unrat vollgestellter Kellergang.

Auch der Löschzug Bickern-Crange der Freiwilligen Feuerwehr wurde zum Einsatz an der Fleithestraße hinzugezogen. Nach den Löscharbeiten bliesen die Wehrleute den Keller und das Treppenhaus mit einem Hochleistungslüfter rauchfrei, und da das komplette Gebäude durch die Stadtwerke von der Stromversorgung getrennt werden musste, ist das Haus derzeit unbewohnbar. Bekannte, Verwandte oder Freunde nahmen die Hausbewohner auf. Für die Dauer der Löscharbeiten wurde die Einmündung Fleithestraße/Resserstraße gesperrt und gegen 23 Uhr wieder aufgehoben. Die Kriminalpolizei hat bereits in der Nacht erste Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet. Weitere Untersuchungen zur Brandursache durch das Kriminalkommissariat 11 haben ergeben, dass der Ausbruch des Feuers vorsätzlich herbeigeführt wurde. Unbekannte zündeten demnach Müll am Ende des Kellerganges an. Nun wird wegen Brandstiftung ermittelt. Hierzu werden Zeugenhinweise erbeten und unter der Rufnummer 0234/909-4110 (-4441 außerhalb der Geschäftszeiten) entgegengenommen.

Derweil die Berufsfeuerwehr an der Fleithestraße beschäftigt war, rückte der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Herne-Mitte zur Dorneburger Straße 43 aus, wo Anwohner Gasgeruch gemeldet hatten. Aufgrund der ungewissen Einsatzlage wurde über die Kreisleitstelle Recklinghausen auch ein Löschzug der Feuerwehr Castrop-Rauxel dorthin gerufen. Mehrfache Luftmessungen von Feuerwehr und Stadtwerken verliefen negativ, und alle Beteiligten rückten nach weiteren Untersuchungen wieder ab.

Damit nicht genug an diesem Mittwochabend. Zeitgleich meldeten Anwohner der Blücherstraße in Horsthausen einen erheblichen Wasseraustritt in ihrem mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftshaus. Der Löschzug Herne-Süd der Freiwlligen Feuerwehr rückte aus und erlebte vor Ort, wie das Wasser in einer Wohnung die Wände runter lief und die Zimmer füllte. Die Ursache: eine undichte Gastherme in der darüber liegenden Wohnung, in die die Feuerwehr mit Unterstützung der Polizei eindrang und das Wasser absperrte.

Erst weit nach Mitternacht waren auch die letzten Einsatzkräfte der Feuerwehr in Herne zu ihren Standorten zurückgekehrt, und die Alarmbereitschaft für die Freiwillige Feuerwehr wurde aufgehoben.

(Bericht von Stefan Kuhn)