Am frühen Morgen des Mittwoch, den 10. April 2013, ereignete sich in einem chemieverarbeitendem Betrieb an der Thiesstraße im Ortsteil Wanne ein Chemie-Unfall. Mehrere Kilogramm einer entzündlichen, ätzenden Flüssigkeit, waren in der Produktionsanlage  der Firma Innospec ausgetreten. Die Berufsfeuerwehr Herne wurde gegen 7:35 Uhr zur Einsatzstelle gerufen. Auch Kräfte der freiwilligen Feuerwehr einschließlich des Einsatzleitwagens wurden nachalarmiert.

Bei Eintreffen der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle hatten zwei automatische Brandmelder in einem zweigeschossigem Betriebsgebäude ausgelöst. Ein Techniker des Betriebes berichtete von einem Produktaustritt im Gebäude. Nach ersten Angeben handelt es sich um flüssiges Propylendiamin in einer produktionstechnisch geringen Menge. An der Austrittsstelle befanden sich keine Mitarbeiter des Betriebes, so dass zunächst mit keinen verletzten oder kontaminierten Mitarbeitern zu rechnen war. Der Schadensort konnte aufgrund der auftretenden Dämpfe nicht genauer eingesehen und erkundet werden. Die Anzahl der Mitarbeiter, die sich zu Zeitpunkt des Produktaustritts auf dem Betriebsgelände befanden, war zunächst unklar.

Die Räumung der betroffenen Bereiche wurde mit einem Betriebsmitarbeiter eingeleitet. Zeitgleich wurde der Absperrbereich sowie die Aufstellflächen der nachrückenden Kräfte festgelegt und weitere Maßnahmen der Gefahrenabwehr eingeleitet. Ein Trupp unter Chemieschutzanzug (CSA) ging zur Erkundung des betroffenen Bereichs vor. Ein  Sicherheitstrupp sowie ein  dreifacher Löschangriff (Wasser, Schaum und Pulver) wurden bereitgestellt. Nachdem sichergestellt war, dass sich keine Personen im Gefahrenbereich befunden haben, wurde ein geöffnetes Absperrventil geschlossen.

Nach ersten Erkundungsergebnissen verteilte sich die Flüssigkeit auf eine Fläche von ca. 60m² im Erdgeschoss. Auf Grund der örtlichen Gegebenheiten war eine Ausbreitung durch Kanalisation oder auf anderem Wege ausgeschlossen. Im weiteren Einsatzverlauf wurden insgesamt vier Trupps unter CSA zum Aufbringen eines Chemikalienbindemittels eingesetzt. Ein Teil des kontaminierten Bindemittels wurde durch die Feuerwehr in von der Firma bereitgestellten Behältern aufgefangen. Nachdem der gesamte Bereich mit Bindemitteln abgedeckt war, wurden Messungen mit betriebseigenen Messgeräten sowie Lüftungsmaßnahmen durchgeführt. Alle Messungen verliefen negativ. Nach diesen Maßnahmen hat die Dampfbildung des Produkts deutlich nachgelassen.

In Absprache mit den verantwortlichen Mitarbeitern des Betriebes wurde vereinbart, dass die weiteren Maßnahmen durch den Betrieb veranlasst werden. Bis auf das betroffene Gebäude wurden alle Betriebsteile wieder für die Produktion freigegeben.

Während des Einsatzes wurde der Grundschutz für das gesamte Stadtgebiet wurde während des Einsatzes durch die alarmierte freiwillige Feuerwehr sichergestellt. Insgesamt waren 29 Kräfte der Berufsfeuerwehr und 50 Kräfte der freiwilligen Feuerwehr eingesetzt, unter anderem auch zur Dekontamination; auch der Einsatzleitwagen war mit Kräften der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Der Einsatz endete gegen 13.00 Uhr.