Einen logistischen Kraftakt vollzogen die sieben Hilfsorganisation der Stadt Herne zusammen mit der Bundeswehr bei einer dreitägigen Großübung  vom 06. bis 08. September auf dem Truppenübungsplatz Sennelager bei Paderborn.

Im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit (ZMZ) sollte die die Einsatzübung  „OKTOPUS“ (Organisation komplexer technischer Operationen primär unter Szenariobedingungen) der Überprüfung der vorhandenen Unterstützungsstrukturen der Hilfsorganisationen der Stadt Herne sowie der gemeinsamen Stabsarbeit unter Einbeziehung der zivilmilitärischen Zusammenarbeit mit dem Kreisverbindungskommando der Bundeswehr in Herne dienen.

Die Übung sollte darüber hinaus Fähigkeiten und Kenntnisse der eingesetzten Rettungskräfte bei der Abarbeitung von verschiedensten Einsatzszenarien abprüfen.  Seitens der Feuerwehr Herne nahmen die Löschzüge Röhlinghausen, Eickel mit der Informations- und Kommunikationsgruppe (IuK-Gruppe) sowie Mitte mit der Gestellung des ABC-Erkunders an der Übung teil.

Bereits 2012 übernahm der Löschzug Röhlinghausen die Federführung bei der Ausarbeitung verschiedener Szenarien für alle beteiligten Hilfsorganisationen.

Die Herner Kräfte wurden in diesem Jahr erstmals von Feuerwehrkollegen aus Essen-Steele sowie der Rettungshundestaffel der Feuerwehren in NRW e.V. unterstützt.

Somit summierte sich die Teilnehmerzahl der Großübung auf insgesamt ca. 250 aktive Teilnehmer auf über 50 technischen Fahrzeugen.

Als interessierte Gäste waren über die gesamte Übung  u. a. Frau Quakolinski vom Krisenstab der Stadt Herne, wie auch Herr Landrat Wendt  aus Steinburg in Schleswig-Holstein anwesend.

Nach der Alarmierung der einzelnen Einheiten trafen diese am Freitag, den 06. September ab 17:30 Uhr auf dem Kirmesplatz Crange ein. Nach der Registrierung durch die Lotsenstelle erfolgte die Verlegung der Marschkolonnen in das Truppenübungsgebiet der Bundeswehr Sennelager/ Staumühle über die BAB A2 nach Paderborn. Manch ein Autofahrer staunte nicht schlecht bei so vielen Blaulichtern – sieht man Marschkolonnen von mehr als zwanzig Fahrzeugen heute eher selten auf den Autobahnen.

Nachdem die gesamte Mannschaft durch den Malteser Hilfsdienst (MHD) vor Ort hervorragend verpflegt war, erfolgte auf Umwegen die Unterbringung aller Einsatzkräfte bei den britischen Streitkräften in den „Normandy Barracks“.

Am nächsten Morgen starte dann die Großeinsatzübung OKTOPUS.
Das Hauptszenario firmierte unter der Einsatzstelle VILLAGE 5 und verlangte den Übenden die gesamte Bandbreite fachlichen Wissens ab.

Die vorgefundene Lage enthielt neben den Einsatzstichworten „Brand durch Explosionen“, „Austritt chemischer Dämpfe“, „Absicherung von einsturzgefährdeten Gebäuden“, „Bergen von Verletzten“ in verschiedensten Gefahrensituationen, insbesondere die Aufgabe der ärztlichen Versorgung auf einem mobil errichteten Behandlungsplatz 50. Um den übenden Hilfsorganisationen eine realistische Darstellung der Hilfs- und Gefahrensituation zu zeigen, wurden ca. zwanzig Verletztendarsteller mit unterschiedlichsten künstlichen Verletzungen als Rollenspieler eingesetzt.

Erschwert wurde das Szenario durch die Tatsache, dass auf dem Truppenübungsplatz weder Straßen- noch Hausnummern existieren – so war Kartenkunde mit UTM-Gitter Voraussetzung für das erforlgreiche Auffinden der Einsatzstelle.

Die Übungsleitung  spielte immer wieder neue Situationen ein, so dass die Einsatzleitung – geführt von Brandoberinspektor (BOI) Jörg Richardt vom Löschzug Eickel – und der Stab im Einsatzleitwagen (ELW 2) entsprechend reagierend mussten. So zwang ein Verkehrsunfall in einem weiter entfernten Gebiet ebenso zu einer notwendigen Verlegung von Einsatzkräften, wie die Suche von Vermissten durch die Rettungshundestaffel.

Insgesamt wurde durch alle Beteiligten ein positives Resümee gezogen: Die gestellten Aufgaben und damit verbundenen Abläufe nach Befehlserteilung wurden zügig und vollständig durch die Einsatzkräfte und zur vollen Zufriedenheit der Übungsbeobachter erbracht. Die organisatorischen Rahmenbedingungen führten jedoch an der ein- oder anderen Stelle zu Verzögerungen im Übungsverlauf – insbesondere Koordinations- und Schnittstellenverluste, die jedoch ohne die Übung OKTOPUS nicht ans Licht gekommen wären. Somit wurde auch in dieser Hinsicht ein Übungsziel, die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen unter Führung eines Stabes zu erproben, erreicht.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an den MHD, der es geschafft hat, die hungrige Meute jederzeit hervorragend zu verpflegen – so mangelte es am Samstagabend weder an selbstgemachten Klößen noch an Eis, welches den Teilnehmern in einer dem Traumschiff-Captain’s Dinner würdigen Form dargeboten wurde!

Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von:
Klaus Rausch – RK Lünen, Daniel Aust – THW Wanne-Eickel