„Einsatz für den Löschzug Eins der Jugendfeuerwehr Herne, Brandmeldeanlage Firma Linde, Industriegebiet Friedrich der Große!“

So lautete das Einsatzstichwort für die 54 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr Herne am Samstag, den 05.10.2013. Gegen 14:50 Uhr meldeten mehrere Mitarbeiter des Industrieunternehmens im Herner Osten eine starke Rauchentwicklung in einer Lagerhalle auf dem Firmengelände. Mehrere Arbeitskollegen seien vermisst. Als der erste Löschzug am Unglücksort ankam, wurden sofort zwei weitere Löschzüge alamiert.

Der südliche Teil der Halle war vollkommen verraucht, auch der mittlere Gebäudeteil und die erste Etage waren nicht mehr gefahrlos zu betreten, so dass schnell ein Angriffstrup unter Atemschutz in das Gebäude vordrang. Über die Drehleiter wurde die Dachhaut gekühlt, so dass die Flammen hier nicht durchschlagen konnten. Der zweite Löschzug griff derweil von der Westseite aus an, und konnte schnell den ersten Vermissten finden und dem Rettungsdienst übergeben.

Der dritte Löschzug der Jugendfeuerwehr übernahm die Löscharbeiten von der Südseite aus. Die Nordseite konnte durch die Löscharbeiten, von Westen und Osten aus, vor dem Feuerbefall gerettet werden.

Was hier wie ein Großfeuer für die Berufs- und Freiwillige Feuerwehr anmutet, war ein geplantes Übungszenario für die kleinsten Brandmänner und -frauen Hernes. Das durch Disconebel völlig verrauchte Gebäude wurde von den Jungendlichen abgesucht, als wäre es ihr tägliches Brot. Es herrschte absolute „Nullsicht“ und dennoch gelang es alle fünf verrmissten Personen (dargestellt duch Jugendliche und einen Dummy) in einer Spitzenzeit zu finden. Das rund 3500 Quadratmeter große Gebäude hatte durch mehrere Treppen und die Raumgröße viele Tücken, an die die Jugendlichen denken mussten, um auch jeden der gut versteckten „Verletzten“ zu finden.

Jedes Jahr im Herbst veranstaltet die Jugendfeuerwehr eine Großübung mit allen vier Jugendfeuerwehren der Stadt. Was die 10 bis 17 Jährigen den Sommer über erlernt haben, wird hier umgestzt. Natürlich wird den Jugendlichen als Dankeschön für ihr Engagement auch einiges geboten. Die Arbeit mit der Drehleiter oder Disconebel, mit leichteren Übungs-Pressluftatemflaschen (ohne Anschließen), so wie die Fahrt mit Blaulicht und Martinhorn (wenn auch nur für die letzten Meter) sind ein absolutes Highlight für die jugen Firefighter – aber auch  für die rund 50 Eltern und Verwandten der Kids, die sich die Übung aus nächster Nähe anschauen durften.

Ausgearbeitet hat die Übung Oberbrandmeister Daniel Brömme vom Löschzug Herne-Mitte. Ihm gilt an dieser Stelle besonderer Dank. Das Ausarbeiten eines so großen Einsatzobjektes verlangt viele Stunden Arbeit. Vom Finden eines passenden Objektes, über die Bereitstellung von Fahrzeugen, sowie die Ausarbeitung des Szenarios gab es noch viele weitere Aufgaben, für die Daniel Brömme keine Mühen scheute.

Ebenso gilt unser Dank  der IuK-Gruppe des Löschzuges Eickel, sowie Wolfgang Hoppe von der Berufsfeuerwehr, für seinen Einsatz als Drehleitermaschinist.

Nicht zu vergessen ist der Dank an die Werksleitung der Firma Linde, die ihr Werksgelände für die Jugendfeuerwehr bereitgestellt hat. Dies ist leider nicht bei allen Firmen selbstverständlich. Auch danken wir allen Firmen, die der Jugendfeuerwehr Würstchen und Brötchen für den anschließenden Grillabend gestiftet haben.

Zu letzt gilt der Dank der Jugendfeuerwehr selbst. Die unschlagbare Teilnehmerzahl von 54 Jugendlichen und deren Betreuern, sowie weiteren Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr, die zusätzlich zum reibungslosen Ablauf der Übung beigetragen haben, sorgten für eine unvergessliche Jahresabschlussübung 2013!

Fotos mit besonderem Dank zur Verfügung gestellt von Christian Ulm: