Ein heftiges Unwetter fegte in der Nacht vom Pfingstmontag, den 09.06.2014, auf Dienstag, den 10.06.2014, über Nordrhein-Westfalen hinweg. Besonders schlimm traf es insbesondere das Ruhrgebiet. Das Gewitter hat auch in Herne massive Schäden angerichtet;

Insbesondere zahllose Bäume stürzten binnen weniger Minuten auf Häuser und Autos und verwandelten viele Straßen und Schienenwege in schwer bis gar nicht passierbare grüne Höllen. Der Verkehr brach zusammen und war den gesamten Dienstag gestört, gleich ob öffentlicher oder Individualverkehr.

Gegen 21:20 Uhr ging bei der Feuerwehr die Gewitterwarnung ein. Vorsorglich wurden die Löschzüge Süd und Mitte der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert. Über den Notruf ging gegen 21:30 Uhr ein Hinweis über den ersten umgestürzten Baum in Eickel ein. Gleichzeitig wurden mehrere Brandmeldeanlagen durch das Gewitter ausgelöst – zum Glück ohne, dass es brannte. Gegen 21:40 Uhr wurden die gesamte Freiwillige Feuerwehr Herne sowie das Technische Hilfswerk alarmiert.

Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr hatten selbst oft große Schwierigkeiten, zu den Sammelpunkten zu gelangen, da Straßen überflutet und durch Bäume blockiert waren. Selbst für Einsatzkräfte war es während des Sturms zu gefährlich, sich im Freien aufzuhalten. Dachziegel, Gartenliegen und andere Gegenstände flogen hunderte Meter weit umher und Bäume stürzen reihenweise um. In Teilen der Stadt schwankte die Stromversorgung oder fiel zeitweise aus. Auch die Mobilfunknetze stießen an ihre Grenzen.

Insgesamt rund 190 Helferinnen und Helfer von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr sowie dem Technischen Hilfswerk haben dabei etwa 130 Notrufe abgearbeitet. Schwerpunkte waren zunächst Krankenhäuser und Altenheime, die teilweise durch umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste nicht mehr angefahren werden konnten, sowie die wichtigsten Hauptverkehrsstraßen.

Andere Straßen waren so erheblich blockiert, dass diese zunächst bis in den folgenden Tag oder gar bis Mittwoch gesperrt bleiben. Ein Zug in Richtung Gelsenkirchen musste in Höhe der Plutostraße die Fahrt einstellen, von den etwa 60 Fahrgästen wurden einige in ein Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr gebracht und vom Deutschen Roten Kreuz betreut.

Auf der Autobahn A43 stürzten Bäume und Lärmschutzwände auf die Fahrbahn; die A43 in Fahrtrichtung Wuppertal musste zwischen Kreuz Recklinghausen und der AS Herne-Eickel bis voraussichtlich Mittwoch, 11.06.2014, 08:00 Uhr, gesperrt werden.

Auf der Autobahn A42 stürzte in Fahrtrichtung Dortmund kurz vor dem Herner Kreuz ein massiver Baum auf die Fahrbahn und blockierte sämtliche Richtungsfahrspuren. Der Freiwilligen Feuerwehr gelang es inZusammenarbeit mit der zuständigen Straßenmeisterei, den Baum zu zerlegen.

Leider hatten es die meisten Autofahrer ganz offensichtlich verlernt, eine Rettungsgasse zu bilden, was neben umgestürzten Bäumen im Stadtgebiet die Anfahrt der Feuerwehr erheblich verzögerte. Auch störten einzelne Autofahrer die Rettungsarbeiten; sie mussten mehrfach der Einsatzstelle verwiesen werden; die meisten verhielten sich trotz der Wartezweit jedoch besonnen; dafür ein dickes Lob!

Massive Sturmschäden im gesamten Betriebsgebiet von Deutscher Bahn, HCR und Bogestra erforderten ungewöhnliche Maßnahmen. Während des Einsatzes an der A42 entdeckten Einsatzkräfte der Feuerwehr massiven Funkenschlag an einer Oberleitung an der Bahnstrecke über der Autobahn. Auch am zweiten Tag danach, am Mittwoch, fuhren keine Personenzüge von den Bahnhöfen Herne Bf, Wanne-Eickel Hbf und Bochum Hbf der Deutschen Bahn.

In der Unwetternacht kam es zu rund 40 Oberleitungsschäden allein im Betriebsgebiet der Bogestra, neben zahlreichen entwurzelten Bäumen, Schildern usw. lag sogar ein komplettes Hausdach auf den Schienen.

Bäume beschädigten fahrende Busse beider Unternehmen, weitere Busse stecken im Verkehrschaos fest. Auch der Betrieb der U-Bahn war gestört. Alle Linien der HCR fuhren am Dienstag morgen wieder, jedoch konnten nicht alle Haltestellen angefahren werden.

Auch im weiteren Tagesverlauf des Dienstags, arbeitete die Feuerwehr, darunter viele ehrenamtliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr, mit Hochdruck daran, die Verkehrswege von Beeinträchtigungen zu befreien. Zur Sicherheit blieben bis Mittwoch alle Schulen und Sporthallen in Herne geschlossen. Grünanlagen, Parks und Sportplätze wurden gesperrt.

Von der Feuerwehr gibt es ein großes Lob an alle Hernerinnen und Herner: Zum einen sind fast alle während des Sturms in ihren Wohnungen geblieben, um zum anderen nach dem Sturm beim Räumen von Verkehrswegen mit anzufassen. Denn die Feuerwehr kann bei derart großen Schadensereignissen nicht überall gleichzeitig sein. Die Feuerwehr hat Vollalarm ausgelöst, damit waren die ganze Nacht über alle verfügbaren Kräfte im Einsatz.

Dank gilt außerdem den Anwohnern, die spontan die schwer im Gehölz arbeitenden Einsatzkräfte mit Getränken und belegten Brötchen versorgten.

Verletzte gab es aber nach Kenntnis der Feuerwehr zum Glück nicht zu beklagen.

Die Beseitigung aller öffentlichen und privaten Schäden wird noch mehrere Tage in Anspruch nehmen.

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