HAUS und ManV – das waren die beiden Schlagworte, die bei der diesjährigen Zug- und Gruppenführer-Fortbildung Ende Oktober im Mittelpunkt standen. Einmal im Jahr im Oktober findet auf Stadtebene eine Fortbildungsveranstaltung für die Führungskräfte in der Freiwilligen Feuerwehr.

Bei einem Einsatz übernimmt ein Zugführer oder Gruppenführer die Aufgabe des Einsatzleiters. Dabei kann ein Gruppenführer grundsätzlich, wie der Name schon sagt, eine Gruppe mit neun Feuerwehrfrauen und -männern führen, ein Zugführer, besser Löschzugführer, einen Löschzug mit 22 Einsatzkräften. Beispielsweise bei einem Dachstuhlbrand ist Einsatzleiter dafür zuständig, den eingesetzten Einheiten Aufgaben zuzuweisen, sowie die Aufstellorte der Fahrzeuge festzulegen.

Besonders wichtig ist der Aufstellort der Hubrettungsfahrzeugs, zum Beispiel einer Drehleiter. Was hierbei zu beachten ist, besagt die sogenannte HAUS-Regel, die der Kamerad Thorsten Jöhren zusammen mit Bernd Kühn (beide Berufsfeuerwehr Herne) den Teilnehmern näherbrachte. „HAUS“ steht hierbei für Hindernisse, Abstände, Untergrund und Sicherheit. Zum Beispiel ist es wichtig, dass das Hubrettungsfahrzeug ausreichend Platz an den Seiten beispielweise zu parkenden Autos hat, damit die Stützen ausreichend ausgefahren werden können, um ein „Kippen“ der Leiter oder des Teleskoparms zu verhindern.

Nach dem theoretischen Teil hatten die Teilnehmer die Möglichkeit quasi am „lebenden Objekt“, also an einer Drehleiter zu üben, wie man den richtigen Aufstellort bestimmt und dann den Drehleitermaschinisten (den Fahrer und Bediener der Drehleiter) richtig einweist. Zum Beispiel, wo muss die Drehleiter aufgestellt werden, um eine Person, die bei einem  Brand auf das Dach geflüchtet ist, zu erreichen.

Am Nachmittag stellte Hernes Leitender Notarzt, Dr. Holger Wißuwa, das neue ManV-Konzept der Feuerwehr Herne vor. ManV steht für den sogenannten Massenanfall von Verletzten, z. B. ein Busunglück mit einer erheblichen Anzahl verletzter Personen. Das ManV-Konzept beinhaltet unter anderem, wie verunfallte Personen nach dem Schweregrad ihrer Verletzungen richtig kategorisiert werden, um die optimale Versorgung für sie zu gewährleisten und wie die Verteilung der Verletzten auf die Krankenhäuser im Umkreis vorgenommen wird.

An dieser Stelle möchten wir uns bei unseren Kameraden der Berufsfeuerwehr Thorsten Jöhren, Bernd Kühn, Uwe Windener und Dr. Holger Wißuwa sowie die Kameraden des Löschzugs Bickern-Crange für Ihren Beitrag zur diesjährigen, wirklich gelungenen und sehr informativen Fortbildungsveranstaltung sehr herzlich bedanken.

Wie bereits angeklungen ist, ist diese Veranstaltung nicht die einzige Fortbildung, an der die Zug- und Gruppenführer teilnehmen. Zum Beispiel finden am Institut der Feuerwehr laufend eine Reihe von unterschiedlichen Lehrgängen und Seminaren statt, bei denen sie sich fortbilden.