Samstag, 21.11.2015 – 8:00 Uhr, Schichtbeginn zum  24-Stunden Dienst für die Wachmannschaft des Löschzugs Röhlinghausen. Nach der Anmeldung an der Leitstelle erfolgte die Einteilung der Mannschaft auf die 3 Bereitschaftsfahrzeuge, Mittleres Löschfahrzeug (MLF), Löschgruppenfahrzeug (LF 16 TSW) und Schlauchwagen (SW 2000). Insgesamt 14 Kameradinnen und Kameraden hatten sich zum Dienst gemeldet, daher konnte Zugführer BOI Uwe Cziesla beide Löschfahrzeuge mit je einer Staffel (1/5) und den SW mit einem Trupp (1/1) besetzen.

Der Vormittag verlief ruhig, so dass sich die Kameraden dem Gerätehaus Röhlinghausen widmen konnten. Zahlreiche kleinere und größere Aufgaben rund um das Haus warteten, von der Reinigung der Stiefelwaschanlage, über die Neuorganisation des Schwarz-Bereiches bis hin zum unbeliebten Laub-Fegen auf dem Vorhof. Dank der großen Mannschaft konnten jedoch alle Aufgaben bis zum Mittagessen erledigt werden. Die Küche bereitete in der Zwischenzeit das Mittagessen vor.

Gerade als der Koch zum Essen klingeln wollte, war zum ersten Mal Manpower erforderlich. Eine Ölspur musste abgebunden werden. Nach einer angemessenen Mittagspause, die von den meisten zum gemeinsamen Videospiel genutzt wurde, stand Unterricht auf dem Programm. Leider verhinderte kein Einsatz das anspruchsvolle Thema „Brennen und Löschen“, so dass sich in dem mehr als zwei Stunden andauerndem Unterricht alle die Frage gefallen lassen mussten: Was tun, wenn’s brennt?

Gerade war die letzte Folie zu Flash-over und Backdraft erläutert, ging der Gong – besser das Telefon und das erlernte theoretische Wissen konnte in die Praxis umgesetzt werden: „Wohnungsbrand im Mehrfamilienhaus – Evakuierung von Personen erforderlich“. Nach einer längeren Fahrt durch das Stadtgebiet konnte der Löschzug die Kräfte der Berufsfeuerwehrwache 1 und 2 bei den Löscharbeiten unterstützen. Zwei Trupps unter Pressluftatemschutzgeräten (PA) wurden zur Entlüftung und Kontrolle der Wohnungen sowie Nachlöscharbeiten eingesetzt. Insbesondere für unsere Anwärter ein aufregender Einsatz.

Kaum waren die  Fahrzeuge wieder im Gerätehaus geparkt, folgte ein weiterer Einsatz im Stadtgebiet Herne (Brandmeldeanlage Krankenhaus). Das Abendessen musste daher warten und konnte von der Küche auf Grund der Einsatzsituation erst gegen 21 Uhr serviert werden – trotz zahlreicher knurrender Mägen noch rechtzeitig. Recht schnell lichteten sich anschließend die Reihen und gegen Mitternacht fanden alle Kameraden Platz auf ihren Feldbetten. Doch die Ruhe währte nicht lange, denn gegen halb Zwei erfolgte die nächste Alarmierung: „Brennt Mülltonne“.

Nach einer kurzen Anfahrt erreichte der Löschzug das brennende Objekt, welches von den Besitzern bereits auf die Straße geschoben war. Mittels Schnellangriff wurde die Tonne innerhalb kürzester Zeit vom Angriffstrupp gelöscht und die Einsatzstelle anschließend der Polizei übergeben. Es folgte ein Folgeeinsatz „Zündelnde Jugendliche am öffentlichen Gebäude“, der jedoch durch das Eingreifen der Polizei in einem Einsatzabbruch endete. Zurück im Gerätehaus konnte dann endlich ein Auge zugemacht werden, bevor es um 7 Uhr einen weiteren Anruf der Leitstelle gab: „Brennt Pommes-Bude“. Die Kameraden sprangen aus ihren Betten und waren abfahrtbereit auf den Fahrzeugen, als die Rückmeldung der Leitstelle erfolgte: „Einsatzabbruch – keine Bestätigung eines Brandes.“

Diesen Fehlalarm nahmen die Meisten zum Anlass im Gerätehaus „Klar-Schiff“ zu machen. Nachdem die Spuren des Tages beseitigt und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit waren, konnte jeder den Heimweg antreten. Nicht ohne den allgemeinen Tenor: „Besser hätte ein 24h Dienst nicht verlaufen können.“