Zu einer gemeinsamen großangelegten Übung trafen sich am Samstag, den 9. April 2016, mehr als 40 Feuerwehrleute der Löschzüge „ In der Wanne“ der Feuerwehr Herne, der Löschgruppe Dahlerbrück  sowie des Löschzugs Breckerfeld in Schalksmühle.

Gegen 14:30 Uhr wurde im Gerätehaus der Löschgruppe Dahlerbrück ein Einsatzalarm mit dem Einsatzstichwort „Unklare Rauchentwicklung – Firma Vedder“ ausgelöst. Unverzüglich rückten erste Einsatzkräfte in Richtung Asenbach aus.

Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte vor Ort stellte sich die Lage schlimmer dar, als anfangs gemeldet: Aus dem verwinkelten Übungsobjekt schlugen bereits Flammen, aus mehreren Fenstern drang dichter Rauch. Eingeschlossene Personen standen an offenen Fenstern und riefen um Hilfe. Eine unbekannte Anzahl weiterer Personen sollte sich in dem stark verrauchten Industrieobjekt aufhalten.

Schnell war erkennbar, dass die vorgefundene Lage mit dem an der Einsatzstelle eingetroffenen Personal und Gerätschaften nicht in Griff zu bekommen wäre. Die Einsatzleitung ordnete daher unverzüglich eine Alarmstufenerhöhung an und forderte allenoch am Gerätehaus Dahlerbrück vorhandenen Kräfte der drei Kommunen zur Einsatzstelle nach.

Schnelle Menschenrettung

Für eine schnelle Menschenrettung der an den Fenstern im Obergeschoss stehenden Personen wurde zunächst die Drehleiter der Feuerwehr Breckerfeld vor dem Gebäude in Stellung gebracht. Auf diese Weise konnten die vom Rauch eingeschlossenen Personen zügig nacheinander aus dem Gefahrenbereich gerettet werden.

Zeitgleich wurde eine Wasserversorgung für die Menschenrettung und Brandbekämpfung aufgebaut. Aufgrund Problemen mit der Wasserversorgung aus dem Hydrantennetz musste eine Wasserentnahme offenes Gewässer aus dem Fluss Volme und Förderung über eine längere Wegstrecke zeitintensiv aufgebaut werden.

Einsatz unter schwerem Atemschutz

Parallel zur Menschenrettung über die Drehleiter wurde die weitere Personensuche im Innenangriff eingeleitet. Mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz drangen aufgrund der extremen Verrauchung unter Nullsicht in das extrem verwinkelte Gebäude zur Personensuche ein.

Nachdem trotz mehrmaliger Versuche einer der vorgegangenen Trupps über Funk nicht zu erreichen war, ging die Einsatzleitung von der schlimmsten anzunehmenden Situation eines Atemschutznotfalls aus. Ohne Verzögerung wurde der Sicherheitstrupp zum letzten bekannten Standort des vermissten Trupps in das Brandobjekt beordert.

Nach kurzer Zeit gab es dann glücklicherweise die erlösende Rückmeldung, dass es sich nicht um einen Atemschutznotfall handelte, sondern lediglich ein im Einsatzverlauf beschädigtes Funkgerät des vorgegangenen Trupps eine Kommunikation unmöglich und somit den Einsatz des Sicherheitstrupps erforderlich machte.

Insgesamt wurden sieben verletzte bzw. eingeschlossene Personen aus dem Übungsobjekt gerettet. Diese wurden teilweise durch Dummys und teilweise von Notfalldarstellern des Jugendrotkreuzes Lüdenscheid simuliert. Ein besonderer Dank gilt  an dieser Stelle den jungen Menschen für die gute und engagierte Arbeit.

Die Straße „Asenbach“ musste im Zuge der Einsatzübung zeitweilig komplett gesperrt werden.

40 Feuerwehrleute und neun Fahrzeuge

An der Übung waren über 40 Angehörige mit neun Fahrzeugen der teilnehmenden Freiwilligen Feuerwehren beteiligt, die allesamt zu einem gelungenen Einsatzablauf beitrugen. Besonderheit bei dieser Übung war, dass die Besatzungen der Fahrzeuge aus allen drei Löschzügen / -gruppen gemischt wurden, und nicht nur aus „eingespielten Mannschaften“ bestand.

Nach Übungsende und anschließendem Aufräumen, fand eine gemeinsame Übungsnachbesprechung am Gerätehaus der Löschgruppe Dahlerbrück statt. Bei einer nicht zu vermeidenden Rauchentwicklung durch den mit Grillgut belegten Grill kam auch die Kameradschaftspflege nach der kräftezehrenden Einsatzübung nicht zu kurz. Die aktive Pflege der Kameradschaft ist allen Beteiligten sehr wichtig. Bereits seit über 45 Jahren treffen sich der Löschzug In der Wanne und die Löschgruppe Dahlerbrück schon regelmäßig zu Übungen und zur Kameradschaftspflege.

Ein besonderer Dank gebührt allen, die zum Gelingen dieser Gemeinschaftsübung beigetragen haben, insbesondere denen, deren Arbeit und Mitwirken man nicht immer direkt erkennen kann, ohne die jedoch eine derartige Übung nie stattfinden könnte!