Gegen 01:00 Uhr am Morgen des Samstag, den 15.10.2016, meldeten mehrere Anrufer einen Dachstuhlbrand im ehemaligen Gemeindehaus der Marienkirche in Eickel. Beim Eintreffen der Löschzüge 1 und 2 der Berufsfeuerwehr Herne stand das Gebäude bereits im Vollbrand. Die Dachhaut war durchschlagen und in allen Etagen war Feuerschein zu erkennen.

Ein Innenangriff war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich, so dass ein massiver Aussenangriff über die Drehleitern und mit weiteren Strahlrohren am Boden gestartet wurde. Ob sich Personen im Gebäude befanden, war zunächst unklar. Im Laufe des Einsatzes konnte davon ausgegangen werden, dass sich niemand im Inneren des Gebäudes befand.

Der Baufachberater des THW wurde zur Begutachtung der Statik des Gebäudes hinzugezogen. Aufgrund der Zerstörungen im Inneren wurde das Gebäude gesperrt und durfte nicht mehr betreten werden. Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr wurden durch alarmierte Kräfte der Löschzüge Sodingen, Baukau, Eickel und Holsterhausen der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt.

Ebenso wurde der Grundschutz im Stadtgebiet durch die Freiwillige Feuerwehr und mit nachalarmierten Kräften der Berufsfeuerwehr sichergstellt. Insgesamt waren 26 Kräfte der Berufsfeuerwehr und 25 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort eingesetzt. Im Zuge der Einsatzmaßnahmen wurde ein freiwilliger Feuerwehrmann leicht verletzt.

20161016_Brand_Gemeindehaus_Marienstrasse_dsc_1294Aufwändige Nachlöscharbeiten

In dem Objekt Marienstraße kam am Sonntag 16.10.2016 es erneut zu einer Rauchentwicklung. Daher wurden durch die Leitstelle der Feuerwehr Herne umgehend ein Hilfeleistungslöschfahrzeug und eine Drehleiter zur Einsatzstelle entsandt.

Vor Ort bestätigte sich die Lage. Im Bereich der Dachkonstruktion und in einer Zwischendecke wurden mehrere Glutnester entdeckt. Da es sich bei dem Objekt um ein Einsturzgefährdetes Gebäude handelt, konnten die Einsatzkräfte das Gebäude nicht mehr betreten.

Über die Drehleiter wurden die Glutnester mit einem C-Rohr im Dachbereich gelöscht. Da die Zwischendecke schwer zugänglich war und der Korb der Drehleiter aufgrund der Einsturzgefahr nicht vor die Fenster fahren konnte, wurde versucht mittels Brechwerkzeug über die Seitenwand den Bereich der Zwischendecke zu erreichen. Der Löschversuch mit einem C-Rohr schlug fehl.

Aus diesem Grund wurde Unterstützung aus dem Kreis Unna angefordert. Die Feuerwehr Werne unterstütze die Feuerwehr Herne mit einem COBRA-Schneidlöschgerät. Mit Hilfe der COBRA wurde an der Außenwand ein kleines Loch geschnitten über das ein Wasserstrahl mit hohem Druck (ca. 300 bar) in die Zwischendecke eingebracht wurde. Der Wasserstrahl verteilte sich zu einem Wassernebel und kühlt den Brandherd.

20161016_Brand_Gemeindehaus_Marienstrasse_dsc_1274Parallel zu der Maßnahme wurde durch den Löschzug Holsterhausen ein B-Rohr in Stellung gebracht. Mit Hilfe der Cobra wurde ein Großteil der Zwischendecke gekühlt und das Glutnest freigelegt. Das Glutnest wurde anschließend mit einem C-Rohr aus dem Korb der Drehleiter und einem B-Rohr von außen gelöscht.

Nach Abschluss der Maßnahmen wurde der Bereich mit einer Wärmebildkamera kontrolliert. Die Temperatur wurde durch den Einsatz der COBRA und von 300°C auf 25°C herabgesetzt.

Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr mit dem Löschzug der Feuerwache 2, die Freiwillige Feuerwehr Herne mit einem Löschgruppenfahrzeug des Löschzugs Holsterhausen und die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Werne und Bergkamen. Da die Feuerwache 2 für den Zeitraum nicht besetzt war, sicherten die Löschzüge In der Wanne und Holsterhausen der Freiwilligen Feuerwehr Herne den Grundschutz im Wachgebiet Wanne.

20161016_Brand_Gemeindehaus_Marienstrasse_dsc_1282In den Abendstunden wurde die Einsatzstelle erneut kontrolliert. Hierbei wurden keine Auffälligkeiten festgestellt, so das keine weiteren Maßnahmen getroffen werden mussten.

Während des Einsatzes kam es zu einem parallelen Einsatz im EvK Eickel. Hier löste angebrannter Toast einen Rauchmelder aus. Von der Feuerwehr mussten keine Maßnahmen eingeleitet werden.

Die Brandursache wird durch die Kriminalpolizei untersucht. Bereits am frühen Donnerstag morgen kam es in diesem Objekt zu einem Brand.