Wespen, Bienen und ähnliche Insekten, (sogenannte Hymenopteren) stellen grundsätzlich keine Gefahr dar. Zwar können alle Hymenopteren stechen, was schmerzhaft, jedoch in der Regel nicht besonders gefährlich oder gar tödlich ist. Lediglich für Menschen mit Insektengiftallergie (bis zu 5% der Bevölkerung) können Stiche schwerwiegende Folgen haben. (mehr dazu unten).

Stiche leicht vermeidbar

Wespen und Hornissen sind außerhalb ihres Nestbereiches nicht aggressiv. Während der Futtersuche überwiegt normalerweise das Fluchtverhalten. Wespen, Hornissen und Hummeln stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen, z. B., wenn sie am Nest gestört werden, wenn sie eingeklemmt (Kniekehle, Achsel, Armbeuge, Hosenbeine) oder festgehalten werden oder in den Mund geraten. Daher niemals nach den Tieren schlagen!

Auch sollten sie aufpassen, wo Sie sich hinsetzen, vorsichtig essen, Nahrungsmittel und Trinkgefäße im Freien abdecken und nur aus durchsichtigen Trinkgefäßen trinken und ggf. dünnen Strohhalm verwenden. Nachdem Essen sollte der Mund bei Kindern abgewischt werden, um Wespen nicht anzulocken.

In Nestnähe können sich Wespen durch dunkel gekleidete Personen bedroht fühlen (angeborene Reaktion auf natürliche Feinde wie Dachs oder Bär). Auffällig helle Kleidung auf gebräunter Haut (hoher Kontrast) kann in Nestnähe Aggression auf Hautpartien am Rand der Kleidung auslösen, wenn man sich hastig bewegt. Um Wespen, Bienen und andere Insekten aus dem Haus zu halten, empfiehlt es sich, Fliegengaze an Fenstern und Türen insbesondere den Küchen-, Bad- und Kinderzimmerfenster anzubringen.

Verhalten bei Insektenstichen

  • Bei Bienenstichen den Stachel möglichst vorsichtig, ohne Druck auf den daran hängenden Giftapparat, mit einer Pinzette entfernen. Nicht mit den Fingern herausziehen, da sonst das restliche Gift aus der Giftdrüse in die Einstichstelle gedrückt wird.
  • Die Einstichstelle sofort kühlen (z.B. Eiswürfel).
  • Bei Stichen im Mund-Rachen-Raum oder an den Lippen Eiswürfel lutschen und sofort den Notruf 112 wählen!
  • Auftragen von juckreizstillenden Salben oder Gelen mit Antihistaminika. Bitte fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach geeigneten Mitteln!
  • Nicht kratzen, um eine Infektion des Stiches zu vermeiden.

In folgenden Fällen müssen Sie zum Arzt:

  • Bei Stichen an den Lippen.
  • Bei infizierten Stichen, die nicht abheilen.
  • Stiche von Bienen, Wespen oder Hornissen bei kleinen Kindern.
  • Wenn Sie nicht gegen Tetanus geimpft sind.

In folgenden Fällen sollten Sie sofort über den Notruf 112 den Notarzt rufen:

  • Bei starken allergischen Reaktionen (siehe unten). Personen mit bekannter Insektengiftallergie sollten zudem immer ein entsprechendes Notfall-Medikament und einen Notfallausweis mit sich führen.
  • Bei Stichen im Mund-Rachen-Raum.

Wespen stechen in der Regel nur, wenn sie sich bedroht fühlen – daher nicht nach ihnen schlagen!

Bei einigen Menschen, die auf Insektengift allergisch reagieren, kann es zu sehr heftigen Reaktionen mit ausgeprägter Nesselsucht, großflächiger Rötung und Schwellung, Erbrechen, Atemnot bis hin zu lebensbedrohlichen Kreislaufstörungen, kommen (sog. anaphylaktischer Schock, siehe auch Allergie). In solchen Fällen ist sofortige notärztliche Hilfe nötig – 112 wählen!

Weitere Infos finden Sie unter www.meine-gesundheit.de sowie bei Ihrem Arzt oder Apotheker.

Die Nestbeseitigung – Aufgabe des Schädlingsbekämpfers!

Die Beseitigung von Bienen- und Wespennestern ist grundsätzlich keine Aufgabe der Feuerwehr. Ein Einsatz für die Feuerwehr ist nur gegeben, wenn ein Notfall vorliegt und durch eine gewerbliche Schädlingsbekämpfungsfirma nicht bzw. nicht in der gebotenen Schnelligkeit Hilfe geleitstet werden kann. Dies ist grundsätzlich nicht der Fall, wenn vor Ort auf Schädlingsbekämpfer mit 24h-Notdienst zurückgegriffen werden kann.

Örtliche Schädlingsbekämpfer – auch mit 24h-Notdienst –  finden Sie in den Gelben Seiten oder vergleichbaren Branchenbüchern. Für Bienen empfiehlt sich eine Nestumsetzung durch einen Imker; diese finden Sie ebenfalls in den Gelben Seiten und auf der Website Die Schwarmbörse des Mellifera e.V.. Von einer Beseitigung im „Selbstversuch“ wird dringend abgeraten!

Tipp: Hymenopteren leben nur wenige Monate, nach den ersten Frostnächten im Herbst gehen die Wespen ein, daher kann man die Nester im Herbst problemlos entfernen und umsiedeln, sie sind um diese Jahreszeit verlassen und stellen keine Gefahr mehr dar. Beratung und Hilfe erhalten Sie u.a. beim Naturschutzbund Deutschland e.V. und bei anderen Umweltverbänden.

Wespen, Bienen und Co. unter Artenschutz

Hymenopteren üben eine wichtige Bestandsregelung bei Ernte- und Forstschädlingen aus und bestäuben zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen. Wespen unterstehen dem allgemeinen Schutz, eine Vielzahl von Arten sogar einem besonderen Schutz. Das heißt, ohne einen triftigen Grund dürfen Nester nicht entfernt werden. Bei der Umsiedelung oder gar Beseitigung eines Hornissen-, Hummel- oder Wildbienennestes ist ein Antrag auf Befreiungvon den artenschutzrechtlichen Verboten erforderlich.