Der „Löschbezirk“ des Löschzuges Baukau umfasst u.a. die Gemarkung Baukau im heutigen Stadtbezirk Herne-Mitte. Mit dieser Namensgebung wollten wir auch an die Tradition der Freiwilligen Feuerwehr des ehemaligen Amtes Baukau anknüpfen, die es schon vor der Jahrhundertwende gab und im Rahmen der Zuordnung zur Gemeinde Herne in die dort bestehende Feuerwehr aufgegangen ist.

Depot der Freiwilligen Feuerwehr Herne in Baukau im Jahr 1922.

Die Notwendigkeit zur Gründung des neuen Löschzuges Baukau ergab sich im Jahre 1968 durch die Übernahme des Brandschutzdienstes im Zivilen Bevölkerungsschutz. Aufgrund der Vielzahl der Kameraden im Brandschutzdienst war es erforderlich, neben den bestehenden Löschzügen Mitte und Sodingen zwei neue Löschzuge zu gründen. Dies war die Geburtsstunde der Löschzüge Baukau und Süd.

Erster Zugführer des Löschzuges Baukau war Hauptbrandmeister (HBM) Günter Preuhs. Vorbelastet durch seine berufliche Tätigkeit als Bezirksschornsteinfegermeister war er prädestiniert, die Leitung des neuen Löschzuges zu übernehmen. Neben dieser Tätigkeit war er bis zur Überleitung des Brandschutzdienstes in die Feuerwehr auch dessen Bereitschaftsführer.

Unter seiner Leitung entwickelte sich der Löschzug Baukau bald zu einer kameradschaftlich gefestigten Mannschaft, die im Einsatzgeschehen der Freiwilligen Feuerwehr ihre Aufgaben löste. Als sein Vertreter stand ihm HBM Erwin Franz zur Seite. HBM Preuhs stellte durch seine vorausschauende Planung bereits in frühen Jahren die Weichen für die heutige Führung des Löschzuges. So konnte er beruhigt 1991 in den altersbedingten Feuerwehrruhestand gehen; denn seine Nachfolge war bestens geregelt. Am 01.12.1991 übernahm HBM Erwin Franz die Führung des Löschzuges, sein Vertreter wurde HBM, jetzt Brandinspektor (BI) Rolf Hunger. Dieser wiederum übernahm das Amt des Löschzugführers am 01.07.2001 gemeinsam mit seinem neuen Stellvertreter Jürgen Schomäker.

Für ihre engagierte und verdienstvolle Arbeit in der Feuerwehr wurden die Kameraden Günther Preuhs und Erwin Franz im Laufe ihrer Dienstzeit mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet.

Der Löschzug Baukau war im übrigen auch der erste Löschzug in der Feuerwehr Herne, in dem eine junge Frau am 15.03.1993 ihren Dienst begann. Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, wurde zu diesem Zeitpunkt mit Argwohn betrachtet. Mitglieder des Löschzuges sind auch im Stadtfeuerwehrband tätig, so BM Arne Begrich als Vorsitzender, BI Rolf Hunger, BI Jürgen Schomäker und HBM Walter Siekmann als geprüfte Rauchmelderberater. BI Schomäker, HBM Franz und Brandoberamtsrat K. Rennebaum gehören auch zu den Gründungsmitgliedern des Stadtfeuerwehrverbandes.

Die Angehörigen des Löschzuges haben in den vergangenen Jahrzehnten deutlich ihr Wissen und Können bei den verschiedenen Einsätzen unter Beweis gestellt. Bei allen großen Bränden und Schadensereignissen waren sie tatkräftig vor Ort. Neben den Einsätzen werden natürlich die ständigen Übungsabende durchgeführt und Veranstaltungen im Rahmen der Brandschutzerziehung und Öffentlichkeitsarbeit wahrgenommen. Auch die Wahrnehmung der Brandwachen gehört zu ihren Aufgaben. Hierfür wenden alle Angehörigen des Löschzuges einen erheblichen Teil ihrer Freizeit auf.

Daneben kommt natürlich die Kameradschaftspflege nicht zu kurz. Hier ist an erster Stelle der traditionelle Jahresausflug zu erwähnen, selbstverständlich nehmen hieran auch unsere Partnerinnen und Partner teil. Besonders stolz darauf sind Angehörigen des Löschzuges darauf, dass dieser bereits seit 1980 als Wochenendausflug über 2 Tage ausgeführt wird. Da die Damen nicht ganz abseits stehen wollten, gründeten sie mit den „Feuervögeln“ eine Gemeinschaft, die sich in unregelmäßigen Abständen zu gemeinsamen Gesprächen und Geselligkeiten trifft. Weiter richtet der Löschzug seit vielen Jahres mit großem Erfolg das Kegelpokalturnier der Herner Feuerwehr aus.

Der Löschzug Baukau ist Stolz darauf, die Keimzelle für die Teilnahme der Herner Feuerwehr an den Internationalen Feuerwehrsternfahrten zu sein. An der Sternfahrt 1991 nach Bruneck/Südtirol nahmen nur 8 Kameraden des Löschzuges als Vertreter der Feuerwehr Herne teil. Im Jahre 2003 fuhren schon 108 Angehörige des Stadtfeuerwehrverbandes zur Sternfahrt nach Schlema in Thüringen.

Ein besonderes Kapitel des „neuen“ Löschzuges Baukau war die Unterbringung der Mannschaft und Fahrzeuge. Während zu Beginn die Fahrzeuge noch auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Friedrich der Große standen, wurden sie im Laufe der Zeit zur KatS-Unterkunft an der Germanenstraße verlegt. Die Ausbildung fand in den Räumen der Wache der Berufsfeuerwehr statt. Nach Aufgabe der Garagen an der Germanenstraße wurden die Fahrzeuge zum Gerätehaus Sodingen verlagert. Um effizienter Einsätze fahren zu können, wurde das Alarmierungsverfahren umgestellt und ausgebaut. Die alten Weckerschleifen wurden durch moderne Funkmeldeempfänger ersetzt. Parallel dazu fand eine Intensivierung der Zusammenarbeit der Löschzüge statt, die ihren Ausdruck in der gemeinsamen Alarmierung und Einsatzausführung fand. Das war die Geburtsstunde der Löschgemeinschaften. Das Prinzip wird heute flächendeckend im gesamten Stadtgebiet angewandt.

Mit dieser Verlagerung der Fahrzeuge waren die Probleme jedoch nicht gelöst. Die Fahrzeuge waren zwar zentral untergebracht, die Ausbildung fand jedoch immer noch an unterschiedlichen Orten statt, Kleidung wurde daheim aufbewahrt. Für einen effizienten und schnellen Einsatz denkbar ungünstige Voraussetzungen.

Ein neues Kapitel konnte jedoch im Jahre 2000 aufgeschlagen werden. Endlich konnten mit dem Gerätehaus Ost an der Castroper Straße geeignete Unterbringungs- und Schulungsmöglichkeiten geschaffen werden. Dort ist nunmehr der Treffpunkt der Löschzüge Baukau und Sodingen sowie der Jugendfeuerwehr Constantin gemeinsam mit der Ehrenabteilung der Feuerwehr Herne.

Der 10.02.2006 ist wiederum ein wichtiges Datum in der Geschichte des Löschzuges. Um den Generationswechsel an der Spitze frühzeitig einzuleiten, wurde BI Christian Hunger im Rahmen der Jahreshauptversammlung vom Leiter der Feuerwehr zum neuen stellv. Löschzugführer ernannt. Damit wurde auch die im Löschzug vorhandene Altersstruktur bei der Führung des Zuges entsprechend berücksichtigt.

Weiteres zur neueren Geschichte finden Sie auf der Seite Generationswechsel!