Die Geschichte des Löschzuges Eickel:

1876
Die zu dieser Zeit noch eigenständige Gemeinde „Eickel“ erlebte einen so schweren Brand, dass schon damals von einer Katastrophe oder Feuersbrunst gesprochen wurde. Bei diesem Flammeninferno wurde auch die ganze Walbecksche Besitzung ein Raub der Flammen. Nach diesem verheerenden Feuer gründeten 35 tat- und hilfsbereite Männer die „Eickeler Bürgerfeuerwehr“. Da die Gemeindelöschhilfe sehr gering war, unterstützte der Seniorchef der Bauunternehmung Walter aus Röhlinghausen, sowie die Zechenverwaltung Hannibal II, diese Schutzwehr. Die gespendeten Gelder ergaben den Grundstock für alle Anschaffungen.

1881
Die Männer dieser Schutzwehr, unter der Leitung von Heinrich Ommelmann, übernahmen Bauholz der Zeche Hannibal II und erstellten damit das erste Übungs-gerüst, den Steigerturm. Jetzt konnte schon die Mannschaft in Spezialgruppen einge-teilt werden. Aus weiteren freiwilligen Spenden der Einwohnerschaft wurden die ersten Löschgeräte gekauft und den einzelnen Gruppen übergeben. Die Zusammenarbeit der aufgeführten Männer machte sie zu einer Mannschaft mit guten Löscherfolgen.

1890
Anfang des Jahres wurde das erste Gerätehaus mit Steigerturm an der heutigen Friedgrasstrasse erbaut. Jetzt hatten die Männer einen Stützpunkt, von dem sie gezielt und schlagkräftig mit ihren Geräten in den Einsatz gehen konnten.

1901
Die Wehr feierte das Fest ihres 25jährigen Bestehens. Das Einsatzgebiet hatte sich stark ausgedehnt, da auch die Nachbargemeinden gerne die Löschhilfe in Anspruch nahmen. In Zusammenarbeit mit Zechenfeuerwehren Hannover-Hannibal und Shamrock III/IV leisteten die Männer tatkräftige Hilfe. Sie konnten nicht nur zu Brandeinsätzen, sondern auch zu anderen Unglücksfällen oder Notständen eingesetzt werden. Eine Medaille und ein Bild zu diesem Fest sind bis heute erhalten.

1914
Beim Ausbruch des 1. Weltkrieges mussten bis auf einen kleinen Teil der Mannschaft die meisten Männer einrücken. Leider mussten auch Wehrmänner in treuer Pflichterfüllung ihr Leben lassen.

1918
Der Neuaufbau der Mannschaft begann direkt nach dem Krieg und schon bald war wieder eine schlagkräftige Truppe für die Hilfe am Bürger zusammen.

1926
In diesem Jahr konnte die Wehr auf ihr 50jähriges Bestehen zurückschauen. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde dieses Jubiläum in einem großen Festzelt gefeiert. Zur gleichen Zeit vereinigten sich die Gemeinden Wanne, Röhlinghausen und Eickel zur neuen Stadt „Wanne-Eickel“. Diese Neugründung der Stadt hinterließ auch in der freiwilligen Feuerwehr ihre Spuren. Nach der Zusammenfassung bildete die Bürgerfeuerwehr Eickel mit den anderen Wehren, bis in das Jahr 1935, den Stadtkreisverband. Die Eickeler Wehr brachte eine 600 Liter Motorspritze, einen pferdebespannten Mannschaftswagen und eine pferdebespannte mechanische Drehleiter in den Verband ein.

1935
Die Neuorganisation im Stadtkreisverband ließ den langen Namen „Freiwillige Bürgerfeuerwehr- Eickel 1876“ nicht mehr zu. Die Mannschaft bekam jetzt dem Namen „Löschzug Eickel“. Neben dem Namen änderte sich auch die Ausbildung grundlegend. Kannte man bis hierhin Pumpenmannschaft, Hornistenabteilung, Steigerabteilung, Wassermannschaft und Schlauchmannschaft, so trat jetzt der Einheitsfeuerwehrmann in den Vordergrund. Die Aufgaben der Gruppe wurden nun den Trupps – je 2 Männer – übertragen. Die Arbeit als Melder, Angriffstrupp, Wassertrupp und Schlauchtrupp musste jeder Feuerwehrmann beherrschen und ausführen können.

1936
Die Schulung in der Gruppe forderte von jedem Einheitsfeuerwehrmann viel Zeit, Mühe und Lerneifer, die aber von allen im alten Feuerwehrgeist gemeistert wurden. In neuer Art aber alter Weise war die Wehr weiterhin stets einsatzbereit.

1939
Der 2. Weltkrieg stellte an den Löschzug hohe Anforderungen. Durch die Einberufung der Männer zur Wehrmacht und zum Sicherheits- und Hilfsdienst waren in der Mannschaft große Lücken entstanden, da 11 Männer gefallen oder vermisst waren. Die vielen Luftangriffe und die damit verbundenen Einsätze bildeten einen hohen Kameradschaftsgeist, der die Männer zu Garanten dieser Zeit werden ließ.

1945
Nach dem Krieg musste eine neue Mannschaft aufgebaut werden, um den „Löschzug Eickel“ wieder zu neuem Leben zu erwecken. Jetzt wurden Männer benötigt, die als Kameraden gedient und gesund wieder ein Zuhause hatten. Durch eine große und gezielte Werbetätigkeit konnten die noch aktiven Feuerwehrleute, 36 junge Männer gewinnen und in den Löschzug aufnehmen. Sie wurden sofort kameradschaftlich ausgebildet und an den Geräten geschult. Die während des Krieges im Sauerland ausgelagerten Löschfahrzeuge wurden wieder aufgespürt und nach Eickel zurückgeführt. Jetzt konnten die über den Krieg geretteten Löschgeräte wieder für Übungen und Alarme eingesetzt werden.

1951
Das 75 jährige Jubelfest wurde, mit dem „1. Verbandstag Westfalen-Lippe“, gebührend gefeiert. Unter der Anteilnahme der Löschzüge „In der Wanne, Holsterhausen, Röhlinghausen und Bickern-Crange“ fand der Festakt im großen Zelt auf dem Festplatz „Auf der Wenge“ statt. Auch der Stadtrat und die Stadtverwaltung nahmen an der Feier teil, die durch die Übernahme der Schirmherrschaft durch den Oberbürgermeister Edmund Weber, einen hohen Stellenwert erhalten hatte. In der Festansprache stellte der Oberstadtdirektor Dr. Elbers noch einmal die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Tätigkeiten des Löschzuges heraus und rückte die besondere Kameradschaft und Einsatzfreudigkeit aller Männer in den Vordergrund.

1951
Die folgenden Jahre gehörten dem weiteren Aufbau der Mannschaft sowie der Neubeschaffung von Fahrzeugen und Geräten. Die Wache an der Stöckstraße wurde als Hauptfeuerwache mit hauptamtlichen Kräften besetzt, die dann im Einsatz durch die Männer des Löschzuges Eickel verstärkt wurden. Die neuen Löschfahrzeuge LF 16 und die Drehleiter DL 30 bildeten das Rückgrat der Wehren. Die jetzt mit Atemschutzgeräten bestückten Fahrzeuge ließen auch Einsätze unter schweren Bedingungen zu. Kellerbrände oder Flammen im Dachstuhl konnten nun schnell und erfolgreich bekämpft werden. Auch die „Eickeler Wehrmänner“ konnten – durch besondere Lehrgänge geschult – bei Innenangriffen oder bei Einsätzen über tragbare Leitern, ihr Können unter Beweis stellen.

1976
Der Name „Stadt Wanne-Eickel“ wurde Vergangenheit. Die Berufsfeuerwehr hatte ihren Dienst in den beiden Hauptwachen Wanne und Herne aufgenommen. Die Eingemeindung warf noch immer ihre Schatten über den Stadtsäckel, den der Kämmerer mit Argusaugen bewachte. Allen Schwierigkeiten zum Trotz wollten die Kameraden den 100. Geburtstag ihres Löschzuges dennoch feiern. Da die Mittel für eine große Feier mit den Bürgern nicht reichten, wurde das Jubelfest in den Gemeindesaal der ev. Kirchengemeinde Eickel verlegt. Hier trafen sich die Männer mit ihren Damen und dem Dezernenten der Feuerwehr zu einem festlichen Kommers. Da auch die Bevölkerung an diesem Ereignis teilhaben sollte, führten die Männer auf dem „Eickeler Markt“ eine Feuerwehrschau durch. Auf dem, von der Hülsmann-Brauerei, freundlicherweise zur Verfügung gestellten Hof wurde eine Schauübung durchgeführt. Natürlich war für das leibliche Wohl der Besucher alles organisiert.

1977
Auch in den Jahren gab es beim Löschzug Eickel kein Ausruhen. Neben den Schulungen, praktischen Übungen, Spezialausbildungen und weiterführenden Lehrgängen mussten alle Mitglieder ihre volle Arbeitskraft zur Verfügung stellen.

1989
Die Verwaltung der Stadt Herne hatte den alten Bauhof an der Edmund-Weber-Straße 48, auf dem noch ein Betonbunker stand, dem Löschzug Eickel zur Verfügung gestellt. Da die Männer eine eigene Bleibe haben wollten, wurde das Gelände und die alten Gebäude in mehrjähriger Eigenleistung um- und ausgebaut. Mit Hilfe der Stadt wurde eine neue Fahrzeughalle errichtet, in der die Löschfahrzeuge und die persönliche Ausrüstung untergebracht sind. Der große Schulungsraum, die Sanitärräume sowie die Heizung und Technik wurden so in dem alten Werkstatttrakt integriert, dass auch eine längere, von der Leitstelle alarmierte Wachbereitschaft übernommen und durchgeführt werden kann. Für die Versorgung während oder nach einem Einsatz, sowie zur Pflege der Kameradschaft, steht eine Küche zur Verfügung.

2001
In diesem Jahr blickte die Wehr auf das stolze Alter von 125 Jahren zurück. Auch diesen Geburtstag feierte sie gebührend. Der Bürger sollte die Möglichkeit haben, den Löschzug noch einmal in der alten traditionellen und der heutigen modernen Form zu erleben. Der Jubeltag am 23.06.2001 sollte aber auch für die nächsten 25 Jahre in guter Erinnerung bleiben. Zwei Höhepunkte stehen in diesem Jahr an. Neben der Aus-richtung und Organisation des Jubeltages mit viel Stress und harter Arbeit, erwartet die Eickeler Feuerwehrleute auch der Wechsel in der Führungsspitze ihres Löschzuges.

In den letzten Jahren wurden 3 Männer des Löschzuges Eickel am Institut der Feuerwehr (Landesfeuerwehrschule-NRW) in Münster zu Brandinspektoren und Zugführern ausgebildet. Sie lösten den aus Altersgründen ausgeschiedenen Löschzugführer ab. Ihre Pflicht ist es nun, die anfallenden Aufgaben gemeinsam mit der Mannschaft zu bewältigen und den Zug zu weiteren Erfolgen zu führen.

In den nächsten Jahren steht eine gute, junge und dynamische Wehr zum Einsatz bereit. Da auch der Löschzug Eickel modern geführt wird, steht bereits eine ausgebildete Frau in Uniform neben 35 Männern. Sie scheuen sich nicht, diese wichtige ehrenamtliche Tätigkeit zu übernehmen. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr hat der Leiter der Feuerwehr die Eickeler Feuerwehrleute voll in die Alarm- und Ausrückeordnung integriert. Der Löschzug „Holsterhausen“, der ein Fahrzeug in der Eickeler Wache untergestellt hat, geht bei großen Schadenereignissen gemeinsam mit dem Löschzug Eickel in den Einsatz

2007
Der ELW 2 der BF Herne hat seinen Standort gewechselt.
Seit dem 20.12.2007 steht der ELW 2 endlich am Gerätehaus Eickel, mit einigen Neuerungen, die in nächster Zeit begutachtet und erprobt werden.