„Unsere Gemeinde hat endlich eine Feuerwehr“

über 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Herne

 

Zur Generalversammlung des Herner Turnvereins am 20. August 1877 stand ein ungewöhnlicher Punkt auf der Tagesordnung, nämlich die „Feuerwehrfrage“. Tatsächlich erörterten die Turner an diesem Abend keine geringere Frage, als die Gründung einer Feuerwehr.

In einer von dem Herrn Amtmann von Bock anberaumten Versammlung der hiesigen Turner“, so tags darauf die Herner Zeitung, „zu welcher sich auch mehrere Handwerksmeister einfanden, haben sich die erschienenen einstimmig und freudig bereit erklärt, dass Feuerlöschwesen in der hiesigen Gemeinde zu übernehmen und constituierten sich als „Herner freiwillige Feuerwehr. Dem Gedeihen des Vereins ein ‚Gut Schlauch!‘.

Am 7. September fand im Saal der Frau Busch die erste Generalversammlung der Feuerwehr, unter dem Vorsitz des provisorischen Vorstands mit Amtmann Carl von Bock und Pollach, Metzgermeister G. Freieck, dem Wirt Robert Grünewald, dem Rechnungsführer Anton Neuland, dem Fabrikanten A. Sickel und dem Schornsteinfegermeister Anton Sprinz, statt. Die Turnbrüder Sickel und Freieck hatten bereits 1873 den Herner Turnverein gegründet, Neuland gründete zwei Jahre später den Turnclub Baukau.

An diesem Septemberabend wurde mit der Unterschrift der Anwesenden unter die Statuten erstmals die Struktur der Feuerwehr festgelegt. Zudem wurde die „Uniformirungs-Angelegenheit“ erörtert, denn diese erfolgte noch auf Kosten der Kameraden und zwar bis nach der Jahrhundertwende.

 

Die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr aus den Kreisen der Turnerschaft war vor allem in den 1860er Jahren in der Rheinprovinz und in Westfalen weit verbreitet, allerdings entstand in Herne keine „Turnerfeuerwehr“ sondern explizit eine „Freiwillige Feuerwehr“, was auf die Beteiligung von Carl von Bock als preußischem Verwaltungsbeamten zurückzuführen sein dürfte.

So fällt die Herner Wehrgründung in die Phase nach der Reichsgründung, als die Feuerwehren mit der Industrialisierung eine ungeahnte Verbreitung fanden.

Bevor Carl von Bock im Frühjahr 1877 mit der Leitung des Amtes Herne betraut wurde, war er Amtmann der westfälischen Landgemeinde Langerfeld. Dort entstand zwei Jahre zuvor auf seine Initiative hin ebenfalls eine Feuerwehr, zu deren Beitritt er die Bürger aufforderte. 49 Bürger meldeten sich daraufhin und bildeten die Wehr.

Vor dieser Zeit gab es in Herne keinen organisierten Brandschutz. Vielmehr war es die gegenseitige Hilfe der Nachbarn, die immer wieder bei Feuer gefordert war. Mit der westfälischen Feuerlöschordnung von 1841 war

bei etwa ausbrechendem Brand jeder Bürger verpflichtet, mit Feuereimer und Feuerhaken zur Brandstelle zu eilen

und es gab auch bereits eine Feuerspritze.

Die Anschaffung dieser fahrbaren Druckspritze mit ca. 30 Meter langen, ledernen Schläuchen und einem 2 Meter langen kupfernen Strahlrohr fällt vermutlich an den Anfang des vorigen Jahrhunderts.

Obwohl neben dieser Spritze an der Höfestraße Ecke Gartenstraße eine weitere 1860 angeschafft wurde (Standort Kalkstraße, heute Goethestraße) und zusätzlich in der alten evangelischen Kirche zwei große Feuerhaken, 20 lederne Feuereimer sowie eine Brandleiter zur Verfügung standen, wurde verantwortungsbewussten Bürgern klar, dass dieser Feuerschutz nicht ausreichend sein kann.

 

Aus dieser Not heraus entstand also letztlich die Feuerwehr Herne. Im Zuge der Industrialisierung und der Entwicklung des Steinkohlebergbaus wurde das

ehemals ländlich geprägte Herne zu einer aufstrebenden Gemeinde mit einer immer dichter und größer werdenden Siedlungsstruktur, die nach einem besseren Feuerschutz verlangte. Andererseits fanden sich in der immer zahlreicher werdenden Bevölkerung immer mehr Männer, die sich dieser Sache annahmen.

 

Zu den Aufgaben der Wehr zählt es,

„die Spritzen zu bedienen, Menschen und Mobiliar aus Feuersgefahr zu retten, das verschonte Eigenthum zu bewachen und die Ordnung auf dem Brandplatz aufrecht zu erhalten.“ „Demgemäß“, so der Rückblick im Jahr 1902, „wurde die Wehr eingetheilt in drei Abteilungen, nämlich: die Steiger-, Spritzen- und Aufsichtscorps.“

Mit Spenden aus der Bevölkerung und den Industriebetrieben sowie einem Vorschuss von 750 Mark aus der Gemeindekasse standen der jungen Wehr insgesamt 4.589,41 Mark zur Anschaffung von Geräten zur Verfügung. Für das praktische Üben des Leitersteigens wurde ebenfalls aus freiwilligen Beiträgen ein hölzerner Steigerturm, zunächst auf dem Grundstück des Landwirts Overkamp, errichtet.

Ein eiserner Steigerturm stand vor der Jahrhundertwende auf dem städtischen Grundstück der Schulstraße auf dem heutigen Gutenbergplatz. Er wurde nach 1902 umgesetzt auf den Übungsplatz an der Schillerstraße.

1879 verließ von Bock Herne und wechselte nach Mülheim an der Ruhr, wo er das Amt des Bürgermeisters antrat. Sein Nachfolger wurde am 15. Juli der damalige Amtmann von Ueckendorf Hauptmann a.D. Hermann Schaefer, der auch zugleich als Hauptmann der Feuerwehr fungierte.

Unter seiner Leitung trat man dem rheinisch-westfälischen Feuerwehrverband (1879) und der Unfallkasse der Provinz Münster (1884) bei. Ferner zeichnet sich Schaefer, ab 1879 erster Bürgermeister, für das erste Ortsstatut über das Feuerlöschwesen vom 20. Juli 1906 verantwortlich. Dieses Statut unterstellte das gesamte Feuerlöschwesen der Oberleitung des Ortspolizeiverwalters und übertrug den Löschdienst der Freiwilligen Feuerwehr. Gleichzeitig wurde bestimmt, dass Geräte und Ausrüstungsstücke auf Kosten der Stadt beschafft werden.

Zum 25-jährigen Bestehen im Jahr 1902 wird ein neues Gerätehaus an der Breddestraße / Ecke Hermann-Löns-Straße errichtet, mit dem die älteren Gebäude dieses Standortes ergänzt werden.

Am 1. September 1907 schied Hermann Schaefer mit 59 Jahren aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Dienst als Oberbürgermeister und Wehrleiter aus und nahm seinen Alterssitz in Darmstadt. Sein Nachfolger war bis 1922 Branddirektor Georg Hirdes, der insbesondere auf die tatkräftige Förderung der übernommenen Wehr bedacht war. In die Amtszeit von Branddirektor Hirdes fiel insbesondere 1908 die Bildung eines weiteren Löschzuges durch die Eingemeindung von Baukau und Horsthausen.

Branddirektors Hirdes war auch für die Aufrechterhaltung der Wehr während des 1. Weltkrieges, aus dem die fünf Kameraden Bernhard Deschoffour, Johann Häusling, Ludwig Michels, Friedrich Schneider und August Stückmann gen. Petring nicht zurückkehrten, verantwortlich.

Als Branddirektor Hirdes sein Amt am 27. März 1922 an Oberbrandmeister Leopold Hoppe weitergab, wurde er wegen seiner hervorragenden Verdienste zum Ehrenchef mit dem Recht, seine Uniform weiter tragen zu dürfen, ernannt.

Der neue Mann an der Spitze der Herner Freiwilligen Hoppe – seit Amtsantritt nun Branddirektor – regelte zunächst die Schwierigkeiten und „Rangeleien“ mit der französischen Besatzungsmacht vom Januar 1923 bis zum Sommer 1925, wie aus überliefertem Schriftverkehr bekannt ist, überaus erfolgreich.

 

Nach dieser Zeit setzte er sich besonders für die Motorisierung der Wehr ein und konnte auch gegenüber der Stadtverwaltung seine Forderungen durchsetzen:

1923: Anschaffung einer „benzin-automobilen Motorspritze“ (40/70 PS) mit 2000 Litern Minutenleistung.

1926: Umbau eines guterhaltenen Vormag-Schnell-Lastwagens (35/40 PS) nach eigenen Plänen zum „benzin-automobilen Mannschafts- und Rettungswagen“, dann aber bereits im Dezember des gleichen Jahres der Kauf eines, auf das modernste ausgerüstet, „Elite-Kranken-wagens“.

1927: Kauf einer „benzinauto-mobilen Magirus-Patent-Drehl-eiter“ (40/70 PS, 26 m Steighöhe, 4-teilig) als das damals Modernste  auf dem Gebiet des Leiterbaues.

1927: eine tragbare Motorspritze.

 

Außerdem verfügten die Freiwilligen 1927 über eine pferdebespannte Magirus-Drehleiter mit Kohlensäurebetrieb und 22 Meter Steighöhe, eine pferdebespannte Handspritze,

zwei pferdebespannte Mannschaftswagen und ca. 2500 m Schlauchmaterial.

Der frühere Pferdestall der Feuerwache an der Breddestraße wurde nun zur Fahrzeughalle für die Krankenwagen umgebaut. Zur Bedienung und Pflege der Geräte – insbesondere der Automobile – werden 1927 vier Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr als Kraftfahrer von der Stadtverwaltung eingestellt.

Ein weiteres Depot mit Übungsplatz und Steigerturm existierte seit der Eingemeindung an der La Roche-Straße in Baukau. Es wurde in den 1960er Jahren im Zuge des neuen Autobahnkreuzes der neuen A 42 mit der A 43 abgebrochen.

Die Brandmeldungen können bereits seit 1927 telefonisch erfolgen. Für die Alarmierung – 1913 noch durch Trompetensignal und Glockengeläut – wurden 45 Weckerlinien eingerichtet, damit eine geringe Ausrückezeit (über Tag max. 2, nachts max. 3 Minuten) gewährleistet und die notwendige Mannschaft (stets 20 – 30 Mann) zur Stelle war.

Als Branddirektor Hoppe 1929 überraschend starb, wurde Branddirektor Heinrich Knapp der Nachfolger, bis das Amt 1932 vom Branddirektor (später Kreisfeuerwehrführer) Gustav Jöllenbeck übernommen wurde. Kennzeichnend für seine Amtszeit ist die bedingungslose Umsetzung der staatlichen Vorgaben zur Neustrukturierung der Feuerwehr nach dem nationalsozialistischen Führerprinzip.

Am 14. Februar 1934 erfolgte mit einem Beschluss der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr die Auflösung und Liquidation des Vereins aufgrund des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 15.12.1933. Ziel war nun die Eingliederung des Brandschutzes in den zu erwartenden Luftkrieg. Noch vor Kriegsbeginn wurde das neue Feuerwehrgerätehaus an der westlichen Seite der Breddestraße mit Garagen und Steigerturm fertiggestellt. Als im Frühjahr 1940 mit der Einsetzung des Reichskommissars für Altmetallverwertung die Verschrottung aller noch vorhandenen Einfriedungen begann, wurde auch der alte Steigerturm an der Schillerstraße eingebrochen und für Kriegszwecke eingeschmolzen.

Auch in anderen Städten an Rhein und Ruhr war das Kriegsende zugleich auch das Ende der erzwungenen Eingliederung der Feuerwehr in die Polizei. Bis dahin besaß die Freiwillige Feuerwehr den Status einer Hilfstruppe der Ordnungspolizei. Damit sollte die Eingliederung der Feuerwehr für den Kriegsfall sichergestellt werden. Die Stadt erhöhte bis zum Kriegsbeginn die Zahl der hauptamtlichen Feuerwehrleute, die gleichzeitig für den Krankentransport zuständig war, auf 9.

Die Freiwillige Feuerwehr zählte bei Kriegsausbruch noch 143 Mann, wurde aber durch den Aufruf des Luftschutzes und Einberufungen zum Wehrdienst praktisch aufgelöst. Den Feuerschutz übernahm zunächst der Sicherheits- und Hilfsdienst (SHD), dann die Feuerschutzpolizei. Sie war dem Polizeipräsidium in Bochum unmittelbar unterstellt. Die Feuerwehr war somit nicht mehr Aufgabe der Stadt.Zugleich gab es nach Kriegsende auch erhebliche personelle Probleme, sowohl bei der Führung als auch bei der Mannschaft. Gefallen sind die Kameraden Josef Kawa, Bruno Kessler, Theodor Lukowiak, Fritz Parzanka und Arno Wolf; Theodor Dress und Wilhelm Füssmann wurden vermisst.

 

Branddirektor Gustav Jöllenbeck, der das Amt als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr seit 1931 innehatte und ab September 1939 auch Abteilungsführer der Feuerlöschpolizei im Polizeipräsidium Bochum war, schied zum 14. Juni 1945 aus allen seinen Ämtern aus.

 

Als NSDAP-Mitglied lehnten die Alliierten seine weitere Tätigkeit ab. Trotz seines Protestes und eines Widerspruchs erging im Oktober 1946 die eindeutige Empfehlung des Entnazifierungs-Ausschusses:

An seine Stelle trat im Sommer 1945 der damals 59-jährige Hauptbrandmeister Karl Köhlhoff, der von Oberbürgermeister Hermann Meyerhoff zum neuen Stadtbrandmeister ernannt wurde.

Von den 9 hauptamtlichen Kräften der Freiwilligen Feuerwehr blieben nur drei in Herne zurück, die übrigen wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Kurz vor Kriegsende wurden sämtliche Uniformen der Freiwilligen Feuerwehr eingezogen und an den Volkssturm abgegeben.

 

Von den sechs Feuerwehrfahrzeugen wurden vor den anrückenden Alliierten ein Löschfahrzeug 25 und eine Kraftfahrdrehleiter 22 in dem knapp 60 Kilometer entfernten Ausweichort Brekerfeld, im nordwestlichen Sauerland, in Sicherheit gebracht. Ebenfalls wurde ein Teil der Feuerwehrgeräte dort untergebracht.

 

Nach dem Einmarsch der Alliierten – Herne wurde am 10. April von Soldaten der US Army besetzt – wurde die Feuerlöschpolizei aufgelöst.

Zunächst wurden 9 Feuerwehrmänner neu eingestellt. Von den sechs von der Wehrmacht zurückgekehrten Feuerwehrmännern wurden zwei wieder neu eingestellt. Die übrigen vier mussten aus politischen Gründen entlassen werden. Außerdem wurde noch ein 1933 entlassener Oberfeuerwehrmann sowie vier weitere Feuerwehrleute eingestellt.

 

Damit betrug Anfang August 1945 die Sollstärke des hauptamtlichen Stammpersonals 18 Mann, einschließlich der beiden Führer Karl Köhlhoff und seines Stellvertreter Karl Hirdes. Hinzu kamen weitere 38 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr einschließlich vier Zugführer. Da keine Uniformen zur Verfügung standen, verrichteten die Feuerwehrmänner in ihrer Zivilkleidung ihren Dienst.

Um unmittelbar nach Kriegsende den Feuerschutz zu gewährleisten, sah sich die Stadtverwaltung gezwungen, die hauptamtliche Feuerwache zu verstärken.

Es wurden zunächst 14 Feuerwehrmänner neu eingestellt, die zum großen Teil von dem früheren SHD übernommen wurden. Angestrebt wurde eine Gesamtstärke von 78 Mann (1 Kreisführer, 1 stellv. Kreisführer, 4 Zugführer und 4 Züge zu je 18 Mann).

Die tatsächliche Stärke dürfte bis Ende der 40er Jahre darunter gelegen haben. In einem Schreiben vom 30. Juli 1949 an die Stadtverwaltung wird beklagt, dass anstelle einer vollen Gruppe (9 Mann), die im ersten Abmarsch ausrücken kann, das erste Feuerwehrfahrzeug zur Brandstelle im „günstigsten Falle mit 6 Mann besetzt“ werden könne.

 

Nachdem das Löschfahrzeug 25 und die Kraftfahrdrehleiter 22 unbeschädigt wieder aus dem Ausweichort im Sauerland nach Herne zurückgebracht werden konnten, standen 1945 insgesamt zwei LF 25 (davon eines beschädigt), ein LF 15, ein LF 8 sowie eine Kraftfahrdrehleiter 26 und eine Kraftfahrdrehleiter 22 zur Verfügung.

Das stark beschädigte LF 25 wurde später bei der Firma Meyer in Hagen zu einem Tanklöschfahrzeug umgebaut und im Februar 1950 wieder in Betrieb genommen.

Das Netz der 39 Feuermelder und der Alarmschleifen ist durch Kriegseinwirkungen völlig zerstört worden und konnte 1945 noch nicht wiederhergestellt werden.

Bis zur Verabschiedung des ersten Feuerschutzgesetztes im neu gegründeten Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 1948 arbeitete die Freiwillige Feuerwehr in Herne, wie auch in anderen Städten, ohne eine gesetzliche Grundlage auf der Basis von Verwaltungsvorschriften.

Die Feuerwehr wurde laufend zu Hilfeleistungen aller Art herangezogen, z.B. zum Leerpumpen der 18 Feuerlöschteiche, zur Beseitigung von Verkehrshindernissen, Heben von Großtieren, Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen, bei Sturmschäden, Einreißen von Hausruinen, Auspumpen von Kellern usw.

Am 1. April 1946 ging der Krankentransport, der 1944 an das Deutsche Rote Kreuz abgegeben war, wieder auf die Stadt über. Es wurden dabei drei alte Krankenwagen übernommen.

Neu hinzu kamen im Mai und September jeweils ein neuer Krankenwagen Mercedes-Benz 170 V.

 

Die erste große Schauübung der Freiwilligen Feuerwehr Herne unter der Regie von Stadtbrandmeister Karl Köhlhoff fand im Oktober 1949 auf dem damaligen Schützenplatz statt.

Nach einer weiteren Werbung in der Lokalpresse meldeten sich 20 junge Kameraden als Anwärter. Sie wurden durch Oberbrandmeister Hugo Schröder, Brandmeister Crämer, Brandmeister Schüring und Brandmeister Schönicke ausgebildet und konnten am 1. Oktober 1949 in Anwesenheit von Bezirksbrandmeister Willi Linnepe ihre Abschlußprüfung ablegen und wurden von ihm durch Handschlag für die ihren Dienst verpflichtet.

Stadtbrandmeister Karl Köhlhoff ist eine zentrale Person für die Herner Feuerwehr im 20. Jahrhundert. Sein Wirken umspannt die Zeit vom Kaiserreich bis weit in die Nachkriegszeit.

 

Nach dem Zusammenbruch übernahm Köhlhoff mit den verbliebenen Feuerwehrleuten und den aus dem Krieg zurückgekehrten Kameraden den Wiederaufbau der Freiwilligen Feuerwehr Herne. In seine Dienstzeit fällt die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben durch das neue Feuerschutzgesetz von 1948 und die Modernisierung des Fahrzeugparks. Ebenso ist die kontinuierliche Aufstockung des Personalbestands der hauptamtlichen und freiwilligen Kräfte zu nennen. Vom Amt des Stadtbrandmeisters wurde er auf seinen eigenen Wunsch am 17. Juli 1956 abberufen.

Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst wurde er für seine Verdienste um das Feuerlöschwesen noch im gleichen Jahr zum Ehrenstadtbrandmeister ernannt. Ebenfalls bekam er die Große Stadtplakette der Stadt Herne.

Hochbetagt stirbt Karl Köhlhoff am 8. November 1966.

 

Die Nachfolge trat am 07.09.1956 Stadtbrandmeister Hermann Schüring an.

Kurze Zeit später erfolgte auch ein Führungswechsel bei den von Gustav und Hugo Schröder übernommenen und schließlich zusammengelegten Zügen durch Ernst Trösken, der den Löschzug Herne-Mitte bis Februar 1989 führte.

Die Umwandlung der hauptamtlichen Freiwilligen Feuerwehr in eine Berufsfeuerwehr (17.08.71) sowie der in das neue Gebäude an der Sodinger Straße fiel in die Amtszeit von Stadtbrandmeisters Bernd Pieper. Dieser trat die Nachfolge von Stadtbrandmeister Schüring an.

 

Erst kurz vor der kommunalen Neugliederung 1975 wurde der ehemaligen Oberbürgermeister Willi Pohlmann Leiter der Feuerwehr.

Nach dem Zusammenschluss der Städte Herne und Wanne-Eickel folgte an die Spitze der Gesamtherner Feuerwehr Alfons Stolte, der bis dahin Leiter der der Wanne-Eickel war. Nach Stolte´s plötzlichem Tod am 16.06.1975 im Alter von 46 Jahren leitete Brandoberamtsrat Willi Sauer mit seinem Stellvertreter Brandoberamtsrat Friederich Hoppe die Geschicke der Herner Feuerwehr bis zum 30.11.1991.

 

Es folgte Diplom-Chemiker Michael Benninghoff als Leitender Branddirektor  der  Herner  Feuerwehr.

Mit Erreichen der Altersgrenze schied Michael Benninghoff Ende 2015 aus dem Dienst aus.

Seit Februar 2016 ist Dipl.-Ing. Andreas Spahlinger Leitender Branddirektor der Herner Feuerwehr.

Neben den beiden hauptamtlichen Wachen mit rund 150 Berufsfeuerwehrmännern und -frauen leisten auch rund 200 Kameraden/-innen in 9 Zügen der Freiwilligen Feuerwehr ihren ehrenamtlichen Dienst. Ein Teil des Nachwuchses ist durch die Jugendfeuerwehr gegeben. Eine verstärkte Mitgliederwerbung soll den Rückgang der Personalstärke der freiwilligen Kräfte auffangen.

 

Neben dem normalen „Ausbildungsalltag“ des Löschzuges Herne-Mitte werden unter anderem auch jährlich rund 250 Stunden Brandsicherheitswachen geleistet und im Rahmen der Brandschutzerziehung Kindergärten und Grundschulen besucht.

Einer der Aktiven bei der Brandschutzerziehung ist weiterhin BI a.D. Heinrich Lakomy der den Löschzug von Ernst Trösken 1989 übernahm und bis zum 10.03.2011 führte.

 

Am Standort des Löschzuges Herne-Mitte gibt es seit dem Jahr 1996 Umkleide und Aufenthaltsmöglichkeiten die gemeinsam mit dem Löschzug Süd genutzt werden.

Ergänzt wurde das Raumangebot durch Umbauarbeiten unseres Zuges im Jahr 2000 mit einem Aufent-halts-/Schulungsraum (ehem. MTW-Garage des Katastrophenschutzes).

In beide Baumaßnahmen wurden nicht nur finanzielle Mittel des Löschzuges Mitte, sondern insbesondere rund 2.700 Stunden Muskelkraft investiert.

 

Bei der Einweihung des Raumes wurden dem damaligen Löschzugführer vom Kameraden der Ehrenabteilung Gerd Hammelmann († Juli 2007) aus seiner Sammlung alte Feuerwehrgeräte und Dokumente überreicht, die nicht nur unseren Aufenthalts-/Schulungsraum schmücken, sondern auch einen Teil unserer „Geschichte“ beinhalten.

Bei der Verabschiedung wurde Heinrich Lakomy zu seiner Freude von seinen Kameraden zum Ehrenlöschzugführer ernannt.

 

Aktuell zählt der Löschzug 32 aktive Männer.

 

Für den Einsatz und die Ausbildung, bei deren Leitung Brandinspektor Markus Lakomy, der im Februar 2012 auf Brandinspektor Thorsten Lesniak folgte, steht ihm sein Stellvertreter Brandinspektor Fabian Jäger zur Verfügung.

Unterstützt  werden sie durch Hauptbrandmeister Wolfgang Toffel, Oberbrandmeister Stefan Kuhn und Brandmeister Andre Schnarre sowie die Mannschaftssprecher Unterbrandmeister Lukas Terfloth und Alexander Mitrega.

Dem Löschzug Herne-Mitte steht für den Einsatz– und Übungsbetrieb ein Löschgruppenfahrzeug LF8/6, ein ABC Erkunderkraftwagen und ein Gerätewagen – Transport zur Verfügung.

 

Der streiflichtartige Blick auf die vergangenen 140 Jahre unseres Löschzuges soll jedoch mit einem Blick in die Zukunft abgeschlossen werden:

 

Wir wollen auch in der heutigen,  Zeit mit gesundem Idealismus und in guter Kameradschaft, weiterhin zum Schutz und zur Sicherheit unserer Stadt verantwortungsbewusst unseren Beitrag leisten!

 

Bleiben wir also dem Wahlspruch unserer Gründer

„Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“

auch in Zukunft treu.