Wie jeder andere Löschzug hat auch unser Löschzug neben den „normalen“ Feuerwehraufgaben eine Sonderkomponente erhalten: Seit dem Jahr 2001 betreuen wir die Rettungsdienstkomponente „MANV“ (Massenanfall von Verletzten).
Zu dieser gehören der Gerätewagen Rettungsdienst (kurz: GW Rett), ein Wechsellader mit dem „Abrollbehälter Rettungsdienst“ (kurz: WLF mit AB Rett), Gerätewagen Energie (kurz GW Energie) und unser Löschgruppenfahrzeug 16/12 (kurz: LF 16/12).

Unsere Aufgabe ist der Aufbau und der Betrieb eines so genannten Behandlungsplatzes. Dieser besteht verschiedenen Zelten, in denen man theoretisch bis zu 50 Personen versorgen kann.
Neben dem Aufbau und Betrieb ist auch das Einrichten eines Bereitstellungsraumes unsere Aufgabe. Dieser wird an einem geeigneten Ort, etwa einem großen Parkplatz, aufgebaut. Ziel ist es,  Rettungs- und Krankenwagen dort zusammenzuziehen und dann je nach Bedarf zum Behandlungsplatz zu schicken. Dies hat auch den Vorteil, dass weniger Verkehr und mehr Platz am Behandlungsplatz vorhanden ist.

Um eine schnelle Inbetriebnahme des Behandlungsplatzes zu gewährleisten, sind auf dem GW Rett und dem AB Rett sogenannte pneumatische Schnelleinsatzzelte verlastet. Diese haben den Vorteil, dass sie aus keinem Stangensystem bestehen, sondern mit Luft befüllt werden. Die Befüllzeit beträgt mit Gebläse bzw. über Druckgasflasche ungefähr eine Minute.

Zur Ausstattung der Zelte gehören neben Beleuchtung und Tragen auch eine regelbare Heizung pro Zelt, welche an kalten Tagen schon gute Dienste geleistet hat.
Zur weiteren Aufgabenstellung im Betrieb gehört auch eine ausführliche Patientendokumentation. Diese dient dazu den Weg eines Patienten im Nachhinein verfolgen zu können.
Dazu bekommt jede zu behandelnde Person bei der ersten Sichtung eine so genannte Patientenanhängekarte. Auf dieser werden neben dem Name (sofern möglich), besondere Merkmale des Patienten (z.B. „Westfalia Herne“-Tattoo auf linkem Unterarm) und die Verletzungen vermerkt. Die Diagnose und Einteilung in die sogenannte Triage-Gruppe wird von einem Notarzt vorgenommen: Je nach Art und Schwere der Verletzung werden die Patienten dann direkt ins Krankenhaus oder erst zum Behandlungsplatz transportiert. Dort wird eine erneute Sichtung und die „Eingangsdokumentation“ durchgeführt. Verlässt ein Patient den Behandlungsplatz, wird dies ebenfalls festgehalten.

Für den Transport vom Behandlungsplatz oder von der ersten Sichtung in ein Krankenhaus wird ein Rettungstransport- oder Krankentransportwagen vom Bereitstellungsraum angefordert. Auch dies wird von uns in Listen erfasst. Um den Aufbau und den kompletten Betrieb samt Dokumentation zu gewährleisten, ist unser gesamter Löschzug notwendig. Zumal wir schon vier Fahrer mit Lkw-Führerschein benötigen, um alle Fahrzeuge zur Einsatzstelle zu bekommen.

Glücklicherweise mussten wir noch nie zu einer größeren MANV-Lage ausrücken, jedoch wurden unsere Zelte schon bei Einsätzen als Aufenthaltsort für die Einsatzkräfte genutzt, z.B. beim Kellerbrand im Scharpwinkelring im Januar 2010 oder beim Brand im Wananas 2011.